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Buch XV. Kap. 1. §. 45.
in der That ein bedeutender Fortschritt der Wissen-schaft bei Gesner zu erkennen giebt: neben der bald in natür-licher Grösse, bald verkleinert dargestellten Pflanze liefert Gesnerfast überall die erten Analysen der Blumen und Früchtedie jemals gemacht wurden, zwar meist auch nur in natürlicherGrösse, doch meint Treviranus bei einigen Tafeln des zweitenBandes der schmiedelschen Ausgabe, der mir fehlt, sogar schonden Gebrauch vergrössernder Gläser voraussetzen zu müs-sen. Wie dem sei, alle frühem Botaniker hatten den Bau derBlumen und Früchte fast ganz vernachlässigt, Gegnern gebührtdas Verdienst ihren Werth zuerst erkannt zu haben. Und wissenwir auch nicht, welchen Gebrauch er von seinen Beobachtungenderselben in dem beabsichtigten Werke gemacht haben würde, sosehen wir doch aus seinen Briefen, welchen Werth er darauflegte, und wie er die Verwandtschaft der Pflanzendarnach beurtheilte. So bittet er einmal einen Freund 1 ) umdie Zeichnung einer Tulpenfrucht, „ita ut seminum etiam situsin eo appareat. Sic enim soleo fructus ac semina plerisque pictu-ris inei3 addere, ut in tanto stirpium numero singula fäciliusdignoscantur, et ipsae picturae descriptionum fere loco esse possint.“Ein anderes mal schreibt er demselben: „P2x his (sc. Höre fructuradice) potius quam foliis stirpium naturae et cognationes appa-rent. His notis (a fructu semine et flore sumtis) Staphisagriam etConsolidam regalem vulgo dictam Aconito aijtrfv/.oix tivai rioiävtu;facile deprehendi 2 ). Einem andern Freunde, der ihm eine Moluccellageschickt hatte, antwortet er: „Videtur ad Lamium vel Urticammortuam quodammodo accedere, seminis tarnen, uude ego maximccognationes stirpium judicare soleo, figura ditfert, utpote triquetri.“Das war es auch unstreitig, was ihm den Valerius Cordus , dener nie gesehen, so lieb machte; denn bei diesem fand er fast alleinwenigstens einige Pflanzen so beschrieben, wie er künftig alle be-
1) Geaneri epist. medicc. fol. 107 h. Die folgende Stelle Jol. lVi a. Diedritte Jol. UOb. Aehnliclies findet man noch Jol. 6.1b, 64 b. 64 b, und vielenandern Stellen.
2) Ibidem fol. .971 u. b.