339
Buch XV. Kap. 1. §. 46.
derselben. Auf dem Titel rühmt er sich vieler Verbesserungen,Trew sagt aber: „Uffenbachii correctio ad explicationem et remo-tionem quarundam iconum inutilium tantum pertinet.“ Alle Aus-gaben, die letzte aus Ulm ausgenommen, erschienen zu Frankfurt .
Endlich erschien noch eine Reihe von Ausgaben 1737, 1765,1776 zu Ulm, die letzte 1783 zu Augsburg in fol., alle zwar nochunter Uffenbachs Kamen, doch unter Balthasar Ehrhart’s Redaction oder, nach dessen Tode im Jahr 1756, in der Gestalt,welche er dem Buche gegeben hatte, wiederholt. Doch ist auchEhrliarts Name, und was er bei dem Werke gethan, auf dem über-mässig langen Titel nicht verschwiegen. Ehrhart, kein ungeschick-ter Pflanzenkenner, ein eifriger Pflanzensammler, besonders in denAlpen, und vorzüglich bekannt durch die Herausgabe der erstenjemals erschienenen verkäuflichen Sammlung getrockne-ter Pflanzen, sah die Mängel des Buchs recht gut ein, aber erhütete sich wohl etwas daran zu ändern, sondern gab statt dessenumfangreiche Nachträge dazu, worin er nicht nur manchen Fehlerseiner Vorgänger verbesserte, sondern auch die neuern Entdeckun-gen, vor allen in der Heilmittellehre, hinzufügte.
Man kann nicht sagen, dass Egenolph’s Holzschnitte oder derText dazu von Lonicerus und seinen Nachfolgern die Wissenschaftjemals bedeutend gefördert hätte, auch blieb, wie Treviranus be-merkt , der merkantile Zweck bei dem Werke stets der vorherr-schende; allein die Studirenden förderte es gewiss, und war langeZeit das beliebteste am meisten verbreitete Handbuch der Botanik,und auch das ist eine Thatsache, die der Geschichtsschreiber derWissenschaft nicht übergehen darf. Um sie klar zu machen, mussteich in diesem Paragraphen rück- und vorwärts weit über die ihmzukommenden Zeitgrenzen hinausschreiten. Kehren wir jetzt zurückzu des Lonicerus nächstem Nachfolger unter den wahrhaft ver-dienten Botanikern.
22 *