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Buch XV. Kap. 1. §. 47.
Vesalius, war 1564 bei der Rückkehr von seiner Pilgerfahrtums Leben gekommen. Zu seinem Nachfolger verlangte der Königwiederum einen Niederländer, und beauftragte den Herzog Albamit dessen Auswahl, nannte aber vor allen Dodoens als denjenigen,den er zu haben wünsche. Auch einen Leibchirurgus und einenBeichtvater derselben Nation verlangte der König, und schriebdeshalb mehrmals an den Herzog, doch stets vergebens. Albaübertrug die dazu nöthigen Unterhandlungen seinen beiden Re-gierungspräsidenten Tysnacq und Viglius , und so oft sie passlichePersonen gefunden zu haben meinten, verweigerte er das von ihnenverlangte Reisegeld oder machte andre Schwierigkeiten, ja erscheute sich nicht zu sagen, der Hof könne sich eben so gut einesspanischen als niederländischen Arztes und Chirurgen bedienen.Das war wohl nicht, wie Meerbeeck meint, eine Folge seinervielen Beschäftigungen mit wichtigeren Dingen, sondern der Furchtvor den Anklagen so einflussreich gestellter Männer beim Könige.Für Dodoens Berufung interessirte sich aufs lebhafteste sein Lands-mann und naher Verwandter, Hopper, der als Staatsrath amköniglichen Hofe zu Madrid lebte, und der unserm Dodoens sehrbefreundete Präsident Viglius . Umsonst! die Unterhandlungenzogen sich von 1568 bis 1572 hin, und brachen endlich ab ohneErfolg. Während dieser Zeit hatte Dodoens sein theures Weibverloren, und die treue Stadt Mecheln war, wie so viel andre,von spanischen Truppen selbst geplündert. Beides machte ihnfür kurze Zeit geneigter, auch unter ungünstigen Bedingungennach Madrid zu gehen; doch kaum war der Schreck vorüber, dieRuhe wiederhergestellt, als er den Gedanken an Madrid für immerauigab. Um so freudiger folgte er 1574 einem Rufe des KaisersMaximilian II als Leibarzt nach Wien , und blieb daselbst inderselben Stellung von 1576 bis 1579 auch unter MaximiliansNachfolger, Rudolf II. In Wien traf er zusammen mit seinemFreunde und Landsmann Charles de l’Escluse, der schonseit 1573 dem kaiserlichen Garten Vorstand. Machte dies seinendasigen Aufenthalt angenehm und gewiss für beide lehrreich, so ersoll dagegen mit seinem altern College « Crato von Kraftheim,