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Bucli XV. Kap. 2. §. 50.
Melampvram, offenbar wegen der Etymologie des Namens, neben demWeizen unter den Gräsern. Noch weniger stehen die Farne, die Equi-setaceen und niedrem Akotylen beisammen, und viele Glieder der aus-gezeichnetsten dikotylen Familien, z. B. der Cruciferae, welche er un-mittelbar auf die Monokotylen folgen lässt, der Compositae, der Che-nopodiaceae und Amaranthaceae, der Labiatae, der Umbelliferae, derPapilionaceae u. s. w. haben sich weit von ihren nächsten Verwandtenverirrt Doch wollen wir auf diese Mängel nicht zu viel Gewicht legen.Jeder mehr oder »minder natürlichen Gruppe von Pflanzen geht einesynoptische Tabelle der Arten, wiewohl ohne Diagnosen, voran. Ueber-all erkennt man das Streben nach einer durchgreifenden natürlichenFolge bei Lobelius weit deutlicher als bei irgend einem seiner Vor-gänger, und wie oft es ihm misslungen, schon dies Streben verdientunsre volle Anerkennung.
Zweites Kapitel.
Diespecielle Botanik in Italien zur Zeit derdeutschen Väter der Pflanzenkunde.
§. 50.
Alle italiänische Botaniker vor Ciisalpinus, mit welchem eineneue, dem nächsten Bande vorbehaltene Periode beginnt, wie vielsie auch als Beobachter leisten mochten, fuhren fort das Verständ-nis« der klassischen Naturforscher zu ihrer Hauptaufgabe zu machen,und die unmittelbare Naturforschung nur als Mittel zu diesemZweck zu behandeln. In einer Specialgeschichte der italiänischenBotanik wäre daher dies Kapitel von dem ersten des vorigen Buchsnicht zu trennen; in der allgemeinen Geschichte unsrer ‘Wissen-schaft durfte ich die Epoche, welche Brunfels macht, nicht unbe-zeichnet lassen, und musste folglich die Italiäner, welche jüngersind als er, zurückstellen.
Der erste und bekannteste unter ihnen ist PierandreaMattioli oder Petrus Andreas Matthiolus, wie er sich in