Buch XV. Kap. 3. §. 56. 395
noch einmal zusammenfasst, doch Cesalpini noch keinen Einflussdarauf übte.
Des Dalechamps Lebenslauf ist sehr einfach. Im Jahr 1513zu Caen geboren, studi^te er zu Montpellier unter IlondeletiusMedicin, promovirte 1547, Hess sich 1552 als praktischer Arzt inLyon nieder, und verharrte in dieser Stellung bis an seinen Todim Jahr 1588. Mehr Philologe als beobachtender Naturforscher,wiewohl es ihm an einer ausgebreiteten medicinisch naturwissen-schaftlichen Gelehrsamkeit nicht fehlte, und wir ihm sogar mancheneue Entdeckung verdanken, beschäftigte er sich vorzugsweise mitden Werken der Alten. Er übersetzte den Athenäos, verbessertegelegentlich dessen Text 1 ), und lieferte eine schätzbare Eecensiondes Plinius nach sechs Handschriften und den wichtigsten älternAusgaben. Auch eine anonvme Ausgabe desCaelius Aurelia-nus von 1566 schreibt man ihm zu, kleinerer den Paulos Aegine-tes und den Galenos betreffender Arbeiten nicht zu gedenken.
W as ihm aber hier seinen Platz giebt, ist die sogenannteHistoria plantarum Lugdunensis, wie man sie zu citirenpflegt. Ihr voller Titel lautet:
Historia generalis plantarum, in libros XVIII per cer-tas classes artificiose digesta, Haec plusquam mille imaginibusplantarum locupletior superioribus, omncs propemodum, quaeab antiquis scriptoribus Graecis Latinis Arabibus nominantur:uec non eas, quae in Orientis atque Occidentis partibus anteseculum nostrum incognitis repertae fuerunt, tibi exhibet.Habes etiam earundem plantarum peculiaria diversis nationi-bus nomina: habes amplas descriptiones, e quibus, singularumgenus, formam, ubi crescant et quo tempore vigeant, nativumtemperamentum, vires denique in medicina proprias cognosces.
1) Nach Du Petit Thouar •> im Artikel Dalechamps (1er Biographie uni-verselle tom. X, pag. 443 soll er (len Text des Athenäos nebst Commentar undUebersetzung zu Lyon 1Ö52 in fol. herausgegeben haben. Ich linde dieseAusgabe weder bei Fabricius noch bei den neuern Bibliographen. Meines Wissenserschien die Uebersetzung ohne den Text Lugduni löb3 in fol., und später inden Ausgaben des Casoubonus.