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Buch XV. Kap. 5. §. 61.
J ean de Lery aus Margelle in Burgund , geboren 1534, gestorben1611 zu Sancerre. Sein Werk erschien zuerst in französischerSprache 1578 zu Rouen , später vom Verfasser selbst verbessertund ins Lateinische übersetzt unter dem Titel:
Historia navigationis in Brasiliam, Gallice scripta, nunc primumLatinitate donata. Genevae 1586, und nochmals 1594 in 8.Als aufmerksamer und treuer Beobachter berichtet er auch überdie merkwürdigeren Pflanzen des Landes, doch leider ohne allebotanische Ivenntniss.
Das sind, ihrer Dürftigkeit ungeachtet, doch die reichhaltigstenNachrichten über amerikanische Pflanzen aus dieser Periode. Auchin diesem Welttheil war die erste botanisch-wissenschaftliche Erndteden Holländern der folgenden Zeit Vorbehalten.
Fünftes Kapitel.
Die generelle Botanik zur Zeit der deutschenVäter der Pflanzenkunde.
§■ 61.
Hieronymus Cardanus und Julius Caesar Scalio-er.
So lange man die Pflanzen nur als Arznei- und Nahrungs-mittel schätzte, kümmerte man sich wenig um ihre Natur im All-gemeinen ; nur die besondre Pflanze hielt man der Aufmerksamkeitwerth. Die philologische Richtnng vornehmlich der italiänischenBotaniker förderte die generelle Botanik höchstens in so fern, alssie die Bekanntschaft mit Theophrastos erneuerte. Indem manaber beim Suchen nach den Pflanzen der Alten unerwartet eineMenge neuer Pflanzen entdeckte, vergass man den alten Meistersogleich wieder, und zerstreute sich mehr und mehr in der un-übersehbaren Menge der Besonderheiten. Es war eine selteneAusnahme, dass sich hier und da ein denkender Geist von derPflanzenwelt anziehen liess, ohne sich sofort ins Besondere zuverlieren. Weil diesen Männern aber die rechte Grundlage der