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Buch XV. Kap. 5. §. 62.
die Pflanzenarten in der Natur, nicht iin Dioskorides aufsuchen.So steht bei Cardanus durchgängig Gesundes und Krankhaftes inunauflöslicher Verbindung. Hin und wieder werden Arten, dieihm besonders merkwürdig erschienen, beschrieben, wie z. B. Cap-sicum annuum unter dem Namen Siliquastrum; doch weder eineausgebreitete und genaue Pflanzenkunde, noch einen tiefem Blickin die Natur der Pflanze überhaupt wird man bei ihm gewahr.Das Ungewöhnliche, wenig Bekannte, vor allem das Wunder-bare fesselt seine Aufmerksamkeit, und zieht ihn ab von deneinfachen Naturgesetzen, deren Betrachtung doch eben die Auf-gabe des philosophischen Botanikers ist.
Das Werk de Subtilitate erschien zuerst Norimbergae 1550in fol., und seitdem öfter, das de Rerum Varietäte Basileae1557 in fol. In der Ausgabe seiner Opera, Lugduni 1663, 10vol. in fol. bilden diese beiden Werke zusammen den dritten Band.
Einen beissenden Gegner fand Cardanus an dem berühmtenPhilologen Julius Cäsar Scaliger. Durch seine Exotericaeex e r ci ta t i on e s de subtilitate adversus Cardanum, Lute-tiae 1557 in 4. und Öfter wiederholt, rühmt er sich hämischer Weise,doch ohne Grund, den Cardanus todtgeärgert zu haben. An Pflan-zenkenntniss fehlte es ihm noch mehr als seinem Gegner, undseine einzige Richtschnur in der allgemeinen Botanik ist Theo-phrastos. Seines Commentars zum Theoplirastos und zumPseudo-Aristoteles von den Pflanzen erwähnte ich schonim ersten Bande Seite 170 188 und 324.
§. 62.
Bei weitem höher steht, wenn auch nicht als Talent, so dochseiner Leistung nach als klar denkender, umsichtig beobachtender,seinen eignen Weg verfolgender Botaniker, Bartolomeo Ma-ranta , Von seinem Leben wissen wir wenig. Venusa im Nea-politanischen war seine Vaterstadt, Luca Ghini sein hochverehr-