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Erster Band.
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diese Conjectur führt Herr Guigniaut eine sehr merkwür-dige Stelle aus dem 2. Buche des Cosmas Indicopleusles an;es heisst in der christlichen Topographie, welche ausdem 0. Jahrhundert datirt:Nach der Behauptung der in-dischen Philosophen, Brachmanen genannt, würde eineSchnur, von Tzinitza (Tinaej quer durch Persien und Ro-manien gelegt, genau die Mitte der bewohnten Erde abthei-len. Die Brachmanen, fügt der Reisende Cosmas hinzu,könnten wohl Recht haben.

Zweimal habe ich in meinem Leben die Hoffnung ge-habt, ins Innere von Asien einzudringen, entweder vonKaschgar und Yarkand oder auf dem leichteren Wege vonPersien aus Cs. Th. II.). Diese Pläne, welche mich lange Zeitlebhaft beschäftigten, führten mich nothwendig zu einemeifrigen Studium der Sprachen, wie zu einer mühsamen Auf-suchung aller mir zugänglichen Documente, welche mir überdie Orographie und Klimatologie des ganzen Asiens Auf-schlüsse geben konnten. Diese Arbeiten waren anfänglichnur Vorstudien; aber sie gewannen eine grössere Ausdeh-nung, als ich im Jahre 1829 auf Befehl Sr. Maj. des Kai-sers von Russland eine Reise nach dem Ural , dem Altai und dem caspischen Meere unternahm. Kurz nach meinerRückkehr setzte ich meine ersten Ideen über die Richtungder Gebirgssysteme zwischen dem Himalaya und Sibirien inden Fragments asiatiques, 2 vol., auseinander. Die grosseKarte, welche Klaproth auf Kosten der preuss. Regierungunter dem Titel: Carte de l'Asie centrale dressee d'apres lesCartes levees par ordre de l'Empereur Khian- loung par lesNissionaires de Peking ct dapres un grand nombre de no-tions extraites et traduites de livres chinois, herausgab, isterst 5 Jahr später, nach seinem Tode, als hinterlassenesWerk erschienen; aber ich erkläre hier mit Vergnügen, dassweit früher schon die ersten Abdrücke zu meiner Kennt-niss gelangt waren. Da die Analyse dieser Karte, in Formeines erläuternden Memoire, noch nicht gedruckt ist, sodürfte es für die Geographie Asiens nicht ohne Interessesein, wenn ich in dieser Einleitung, nach einer kurzen No-tiz Klaprolhs vom Jahre 1832, noch einige besondere