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Erster Band.
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mit religiösen Meinungen gehalten, erwarten nicht mehr geologi-sche Lösungen, und die Geologie selbst hat, wie die ihrerEntwickelung lange Zeit entgegenstehenden Hindernisse dar-thun, dadurch gewonnen, dass sie sich von der Abhängig-keit und der Vermischung heterogener Interessen lossagte.Wenn man da, wo die positive Geschichte schweigt, ander Hand des fruchtbaren Studiums der Sprachen ausser-halb Chinas auf den Keim einer alten Civilisation Asiens zurückgehen will, so kommt man keineswegs zu den un-wirthbaren Hochebenen im Norden, sondern zu dem gemein-samen Ursprünge zweier grossen Zweige der indo-persischenVölkerfamilie, der brahmanischen und der baktrisclien Arier*).

Dass die orographische Kenntniss Central-Asiens , wel-ches von Europäern selten besucht worden, neuerlich soweit vorgeschritten ist, hat grossentheils seinen Grund inden schätzbaren Materialien, welche fleissige Männer derchinesischen Literatur entnommen haben. Die Chinesen,welche unaufhörlich gezwungen waren, die Einfälle unruhi-ger Nachbaren zurückzuweisen, haben als gewissenhafteBeobachter der Bodengestalt, der Productionen und Klimateder durchzogenen Gegenden in ihren historischen und geo-graphischen Werken das ganze innere Asien im Norden desHimalaya sorgfältig beschrieben. Besonders zu den beidenberühmten Epochen, unter der Dynastie Han zur Zeitder römischen Republik und der ersten Kaiser, wie unterder Dynastie Thang zur Zeit Karls des Grossen, besassdas Reich der Tsin eine ausserordentliche Ausdehnung gegenWesten**), von Sehen-si und der grossen Krümmung desgelben Flusses bis nach Sogdiana und dem caspischenMeere ***). Es bildete sich damals ein Handelsverkehr im

*) Eug. Burnouf im Joarn , des Savants , 1837, p. 165. S*auch Wilh v, Schlegel in den Transact * of Ute Roy, Soc » ofvo1 - U., pt. 2., p. 148.

**) Abel-Uemusat, in Mein. delAcad. des Inscr,, VIII., 61, 127.) Eroberung Phan - tschaos, eines chinesischen Feldherrn, wel-jj 6 l * ur Kaiser Ho-ti im J. 97 unsrer Zeitrechnung nach dem west-

en Meere schickte (Foe-fcwe-Zti, p, 39). Aber schon 122 J.