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die Kleine Bucharei, oder von dem mittleren Kamme einerBergkette oder von Querthälern, die als Pässe und Verbin-dungen für den Landhandel dienen. Hypsometrische Re-sultate haben, wiewohl sie der gemeine Mann anstaunt,wenig Interesse in Bezug auf die Physik der Erde, sobaldsie nur die culminirenden Punkte einer Kette oder einzelneGipfel betreffen. In der Kindheit der geographischen Kennt-nisse beschreibt man einen Berg früher als eine Kette; und ,wenn man dann nach und nach anfängt, die Richtung der jKetten zu bestimmen, und wenn man ihre Lagerungsver- :hältnisse zu den Küsten und den grossen Dimensionen oder .Axen eines Festlandes aufzufassen beginnt, so giebt man derganzen Gruppe den Namen eines einzigen Gipfels, den manfür den mächtigsten hält.
Die Orographie Asiens bietet noch heut, je nachdemdas Continent in mehr oder weniger innige Berührung mitden Völkern des Westens getreten, alle die verschiedenenStufen der Vervollkommnung oder der fortschreitenden Ent-wickelung dar, welche man zwischen den einfachen Vorstel-lungen über Unebenheit der Oberfläche, Ausdehnung undRichtung der Ketten und den gründlichsten Kenntnissen desrelativen Alters und der Unabhängigkeit der For-jmationen, dem Fallen der Schichten und der mineralogi- ;sehen Zusammensetzung der Felsarten beobachtet. In den Junzugänglichen und fernen Regionen geht daher die jKenntniss der Ausdehnung und der Form allem dem voran, ;was sich auf die Zusammensetzung der Massen und die ieigenthümliche Heterogenität der Substanzen bezieht, aus de- :nen die äussere Rinde der Erde besteht. Bei der Aufführung,dieser stufenweisen Entwickelung und der Grenze unsere*’Kenntnisse über Central-Asien wird man unwillkürlich an den;Zustand der Geologie desMondes erinnert. Die Richtungder Berggruppen, ihre relative Höhe, die Dimensionen de*Umwallungen oder Kraterländer des Mondes sind un$mit grösserer Genauigkeit und weit vollständiger bekannt*als die Unebenheiten eines an Flächeninhalt gleich grosse * 1Raumes auf der Erde. Es giebt zwei sehr verschiedene Ideen''reihen, welche sich auf die Form der Erhebungen ode 1 ’