Band 
Erster Band.
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.faIende Betrachtung. Bald fcheint es,' fähe mandie Kette wirklich nach derselben Gefetzen gebildet;bald aber, als fey die Conftruction der oftlichen Al-pen gänzlich von derjenigen der Weftalpen verfchie-den.- Wem mufs die Schnelle nicht auffallen,mit welcher man von den Schneefeldern des Mont-Cenis herab, den bezaubernden italienifchen Him-mel erreicht! Zwölf Stunden find hinreichend vorlieh die reichen piemontefer Ebenen fielt eröffnen zufelien. Vom Brenner, ohnerachtet feiner gerin-gen Erhebung, fieht man gegen Italien herab dietransalpinifclien Producte lieh nur langfam entwikeln.Sie erfcheinen nicht plötzlich, wie auf jener Strafse,fondern langfam hinter einander und fparfarn imAnfänge, und nach drey Tagen fieht inan fich nochvon gewaltigen Bergen umgeben, die auf ihrenfchrofien, zerriflenen Spitzen, kaum einer nordifchenVegetation, lieh zu verbreiten erlauben.

Am Mont-Cenis, nach dem erftern HeilerenAbfall des Berges, der fogleicli agjt Norden in Südenverletzt, erweitert fich fortdauernd das fchnell abfal-lende Thal, und verbindet lieh endlich fall unmerk-iich mit der grofsen Lombardifchen Fläche.Am Brenner hingegen erneuert fich diefer fchnel-lere Abfall dreymal. Dreymal läuft der FJufsfanft, mit fall unnierklicliem Falle durch die Ebeneam Fufse der Berge, und dreymal verliert fich dasThal in die furchtbaren Schlünde der durchbroche-nen, mit Schnee bedeckten, gewaltigen Ketten.Die moorige,,wallergleiche, grofse Ebene von Ster-zingen, die, fanft an den Bergen fich heraufhebende.