von dem wilden Kerstelenbach durchströmt, der ausden blaugrünen Eisgrotten des zu hinterst im Thale sich mächtig ausbreitenden Hüfigletschers entspringt,bei Amsteg aus enger, schön bewaldeter Schluchtwild und ungestüm hervorbrausst und sein milch-weisses Wasser mit der Reuss vermengt, die er oftan Wassermasse übertrifft. Eine Menge grössererund kleiner Gebirgsbäche stürzen sich, Silberfädengleich, über die südlichen und nördlichen Alpen-terrassen herab und vereinigen ihre Gewässer mitdem seinigen. Die zwei grösseren derselben, derBrunnibach und der Ezlibach, bilden grossartige,sehenswerthe Wasserfälle. Die ganze Länge desThales vom eigentlichen Anfang in Bristen bis hin-ten an den Hüfigletscher beträgt ohngefähr 4 Stunden.Die östliche Fortsetzung der Thalmulde wird durchden über 7 Stunden langen Hüfi und Claridenglet-scher ausgefüllt, über welchen ein seit neuerer Zeitöfter begangener Pass, reich an grossartigen Bildernder Hochalpen, in das glarnerische Lintthal führt.Auf der Nordseite schliessen mächtige Gebirge, diekleine und grosse Windgelle, das grosse und kleineRuchi, das gewaltige Scheerhorn mit seinen beidenGipfeln, auf der Südseite der Hüfistock, der Ober-alpstock und Bristenstock, sämmtlich 10 bis 11000'hoch, die Thalsohle ein. Vorherrschende Gesteineauf beiden Seiten des Thales sind krystallinischeSchiefer( Thon-, Talk-, Chlorit- und Glimmerschiefer)mit Einlagerungen von Chlorit- und Hornblendegneissund von dioritischen Gesteinen, welche vorzüglich
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die Lagerstätte der bekannten schönen Mineralien,des Bergkrystalls, Adulars, Amianths, Albites, Broo-kites, Kalkspathes und andrer bilden. Diese Schie-fer und Gneisse fallen auf der nördlichen Seite 50°SSO, auf der südlichen aber zunehmend steiler,entsprechend der allgemeinen Fächerstellung dieserder Centralmasse des Finsteraarhorns angehörendenSchieferzone, 65°- 70 SSO und weiter südlich,dem Kreuzlipass zu noch steiler ein. Das Madera-nerthal ist nichts als eine Längspalte in der Rich-tung des Streichens dieser Schieferzone. Ueber densteil südlich fallenden Schiefern der Nordseite la-gern sich in abweichender, übergreifender Lagerungmit Nordfall, die der obern und mittlern Juraforma-tion entsprechenden mächtigen Kalkmauern der klei-nen Windgelle mit ihren merkwürdigen Einlagerun-gen oolithischer Schichten, welche Versteinerungen.des untern braunen Jura enthalten, und von rothenPorphyren, deren Vorkommen und Stellung so un-gewöhnlich und räthselhaft ist.
Das Ezli- und Brunnithal schneiden diese Schich-ten quer durch und zeigen daher schön die Fächer-struktur des ganzen Gebirges. Besonders schönerBlumenflor findet sich auf den Alpenterrassen derNordseite und am Eingang ins Brunnithal. Auchdie seltene Form der weissen Alpenrose findet sich.dann und wann an den Terrassen der Südseite; nahebeim Hause des Caplan in Bristen auf einem Felsenhin verpflanzt, blüht sie alljährlich. Auf den Bergenringsum gibt es viele Gemsen, und noch den letzten