Buch 
1/1 (1853) Geognostische und physikalische Erinnerungen / von Alexander von Humboldt ; J. L. Gay-Lussac
Seite
76
JPEG-Download
 

76

einen Plan des Vulkans und der Umgegend zusammenzustellen.Zwei Tage nach unsrer Ercursion, den 19 Junius Mor-gens, machte ich Hrn. Bouguer aufmerksam auf eine wir-belnde Rauchsäule, die bei sehr heiterem Wetter von demGipfel des Cotopari aufstieg, an dessen Abhänge im Jahr1738 wir mehrfach unsere Zelte aufgeschlagen hatten. UnsereFührer behaupteten, was wir sähen, wäre eine bloßeWolke; es gelang ihnen selbst es mich glauben zu machen:aber ich hatte mich nicht geirrt. Wir erfuhren, als wirnach Quito zurückkamen, daß dieser Vulkan, der zweiJahrhunderte früher, etwas vor der Ankunft der Spanier,einen Flammenausbruch gehabt, am löten Abends sichwieder entzündet hatte; durch den plötzlich schmelzendenSchnee waren in der Umgegend wiele Verheerungen an-gerichtet worden. Wir blieben noch zwei Tage auf demPichincha, und machten, von einem neuen Führer verleitet,noch einen letzten Versuch die Bergmasfe gegen- Westen zuumgehen und in das Innere des Kraters zu dringen: sounwahrscheinlich es uns auch war, daß wir mehr sehenwürden als bisher. Aber ein dicker Nebel und eine tiefe,ungangbare Schlucht erlaubten uns nicht weiter vorzudrin-gen; wir gelangten nicht einmal an eine kleine Oeffnung,von der man behauptete, daß sie noch rauche, und in derenNähe Hr. Bouguer mehrmals glaubte Schwefelgeruch ver-spürt zu haben. Wäre ich allein gewesen, so würde ichmit mehr Hartnäckigkeit fortgeschritten sein. Ich glaubteaber, daß, was wir suchten, uns keine große Befriedigungunsrer Neugierde gewähren würde. Wir waren am 22 Juniwieder nach Quito zurück, wo man von nichts anderemals von dem Ausbruch des Cotopari sprach."