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1 (1798) Schilderung des Gebirgsvolkes vom Kanton Appenzell / von Joh. Gottfried Ebel
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zu klein war. Ein junger Burſche fuhrte mir bald ſeinMadchen zu, und ſagte:thut mir die Ehre, und tanzt

mit meinem Menſch einen Reigen; das nemliche thatein andrer mit ſeiner Frau. Geſellſchaftliche Tanze kenntder Appenzeller nicht, ſondern jeder Burſche wirbeltmit ſeinem Maͤdchen, obgleich viele einzelne Paare hintereinander im Kreiſe folgen, den bekannten teutſchen Tanz.Unertraͤgliche Hitze in dem niedrigen Saale vertrieb michbald aus der Mitte dieſer geſunden, bluͤhenden und froͤ-lichen Jugend, deren inneres Wohlbehagen aus jeder Mus-kelbewegung ſpricht. Ich eilte zu meinen Gaſtfreundenzuruͤck, deren wirthliches Dach mir erquickende Ruhe ver-ſprach, welche ich dieſe Nacht in dem Wirths hauſe verge-bens geſucht hatte.

Der Hauptflecken Inneroodens, welcher dem gan-zen Kanton, und deſſen Einwohnern ſeinen Namen giebt,wurde, wie es heißt, nach einer Zelle, welche ein Abt vonSt. Gollen dem h. Gallus zu Ehren hier erbaute,Abtszell genannt, woraus nachher Appenzell entſtand. Gewiß iſt es, daß die Aebte von St. Gallen nicht bloß die aͤlteſte Kapelle, welche im kande exiſtiert, ſon-dern auch das feſte Schloß Klanx nahe bei dem Fleckenerbauten, und ſich hier ſehr oft im eilften und zwoͤlftenJahrhunderte aufhielten, und verbargen, wenn ſie ſichbei ihren blutigen Fehden, welche ſie gegen die benachbar-ten geiſtlichen und weltlichen Herren fuhrten, zu St. Gal­ len nicht ſicher glaubten.

Der Flecken Appenzell iſt fuͤr dieſe kleine Republik groß, volltreich, und wohl gebaut. Man erblickt nirgendsSpuren von Ueberfluß, von Geſchmack, oder fremder Sit-5 te-