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1 (1798) Schilderung des Gebirgsvolkes vom Kanton Appenzell / von Joh. Gottfried Ebel
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117
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während die Innerddner zwar auch an Brod Mangel litten, aber ſich doch vor dem Hungertode durch dieProducte ihrer Kuͤhe ſicherten, und ſich im Vergleich mitden Außeroͤdnern ſehr leidlich befanden. DergleichenErfahrungsbemerkungen koͤnnen dem geſunden Verſtandedes katholiſchen Appenzellers nicht entgehen, undmüßen allerdings bei ihm den Satz und Entſchluß befeſti-gen, die Sitte der Vaͤter nicht zu verlaſſen.

*AI.

Wiehſtand. Jaͤhrlicher Ertrag der Alpenwirthſchaft, und derViehzucht uͤberhaupt. Ausfuhr und Einfubr. Werth desGeldes. Art des Transports.

Das Hirtenland Innerooden ernährt waͤhrend desSommers mehr als 15000 Stuck Vieh aller Art, aber beiweitem nicht ſo viel waͤhrend des Winters. Die jaͤhrlicheHeuerndte der Wieſen iſt nicht betrachtlich genug, um allesVieh im Winter zu erhalten, welches auf den Weiden undAlpen waͤhrend des Sommers hinreichend friſches Futterfindet. Daher werden im Fruͤhjahre ſehr viele Kuͤhe,Schaafe, Ziegen, Schweine gekauft, und im Herbſte mitVortheil wieder verkauft.

Die Rindviehzucht iſt von allen die anfehnlichſte, undfuͤr die Einwohner die wichtigſte. Im Sommer weidendodo Kühe auf den Alpen Innerdodens, von denenfuͤr den Winter nur 6000 im Lande bleiben; es werden alſo

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