126—
liche reine Gewinn des Landes nicht groß ſeyn koͤnne, unddaß die Einwohner dieſer Republik zur Maͤſſigkeit, Nuͤch-ternheit, und Einfachheit gezwungen ſind. Wie geringdie zirkulirende Geldmaſſe ſei, wird beſonders aus Verglei—chung des Werths des Geldes zwiſchen Inn und Auße-rooden auffallend. Ein Hypothekenſchein von 1do Galsden, welcher doppeltes Unterpfand, alſo die groͤßte Si—cherheit hat, wird in Innerdoden mit einem Kapitalvon 80 Gulden errichtet, und gekauft. Dieſe achtzig Gul-den werden nach den Geſetzen des Landes als hundert Gul-den verſchrieben, muͤſſen von dem Schuldner, mit hundertGulden wieder abgeloͤßt werden, und geben jahrlich funfGulden Jutereſſen, das iſt eigentlich 66 Gulden von hun-bert. In Außer doden hingegen wird ein Hypothekenſcheinvon 100 Gulden Kapital mit 1ro bis 115 Gulden erkauft,von dem Schuldner nur mit hundert Gulden abgeloͤßt, undgiebt nur fuͤnf Gulden jaͤhrlich Interreſſen, das iſt 42Gulden von hundert. Die Einwohner Inneroo denshelfen dem Mangel des baaren Geldes bei dem Verkehrunter einander durch eine gewiſſe Art Papiergeld ab. AlleHypothekenſcheine, welche man Hauptmanns zedel,einfache Zedel und fliegende Zedel nennt, wer-den beim Kaufen und Verkaufen allgemein im Lande ange—nommen, nemlich ein ſolcher Zedel von 100 Gulden nurfuͤr 80 oder 70 Gulden.
Es giebt in Innerooden, wie ich ſchon erwaͤhnthabe, keine fahrbare Straßen; alle Producte, welche manaus fuhrt, und alle Beduͤrfniſſe, welche man einfuͤhrt, werden von Pferden getragen, und auf dieſe Art fortgeſchaft.Weil man hier eine Laſt von zwei bis vier Zentner einenSaum heißt, ſo werden die Pferde/ welche ein ſolches Ge-wicht