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1 (1798) Schilderung des Gebirgsvolkes vom Kanton Appenzell / von Joh. Gottfried Ebel
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210
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ſage des Roß und bat beim Weggehen um Gott⸗swillen, ihm doch bisweilen einen Trunk Waſſer reichen zulaſſen. Er wurde hierauf an einem Tage dreimal auf dieFolter geſpannt; mit der groͤßten Geduld hielt er ſie aus,läugnete die Beſchuldigungen des Roß, und betheuertebei Gott, daß er die Wahrheit ſpreche. Am folgendenTage, als die Teufel, in deren Klauen der ungluͤcklicheGreis ſich befand, neue Hoͤllenmartern fuͤr ihn bereiteten,ſoll er geſagt haben: Er wuͤrde ſich der Tortur nicht mehrunterwerfen, man koͤnne von ihm glauben, was man wolle. Wenige Tage nachher verdammte ihn der Landrathzum Tode, und erließ folgendes Urtheil gegen ihn 9 Suter habe den Landrath in dem Prozeß mit der Gemeinde Oberried belogen, ſeine Zuflucht zu den Landleu-ziten genommen, und dieſen geſagt: Die Herren waͤrenmeineidig, ſie haͤtten's mit ihm wie Schelme und Diebe gemacht; er ſei mit einer Menge Lanoleute in dieNathsſtube eingedrungen, und habe mit Gewalt dasLandesſiegel verlangt; er habe ſich an der Landsgemeindevrebelliſch aufgefuͤhrt/ indem er auf den Stuhlgewollt; erhabe die zwoͤlf Kantone und den Kaiſer) um Huͤlfe ange-rufen, er habe das, was Roͤß ausgeſagt im Sinngefuhrt; er ſei ein Rebell und die Urſach, warum vieleLandleute an Ehr und Gut waͤren geſtraft worden; ausallen dieſen Gruͤnden habe eine hohe Obrigkeit, um Frie-de, Ruhe und Einigkeit im Lande wieder herzuſtellen,durch Urtheile und Recht eat daß Suter enthaup-

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*) Suter hatte nemlich die uͤbrigen Kantone gebeten, einVorwort fuͤr ihn in Appenzell einzulegen; und den Kai-ſer hatte er um einen vollen Schutz ſeiner Perſon in Kon­ ſtanz erſucht. 1