IV. Ordn. XXIII. Gatt. 116. Kohl-Meise. 13
Spielarten und zufällige Abweichungen, auch Mißgestaltensind unter diesen Vögeln eben nicht selten. Die schönste ist eine gelb-lich w e i ß e (?sr. rnaj. slbiäu8) , an welcher bloß die Wangen undSchläfe schneeweiß, alles klebrige aber von obiger Farbe ist, doch so,daß fast alle gewöhnliche Zeichnungen durchscheinen; so sieht mandie gewöhnliche schwarze Kvpfzcichnung in einem sehr bleichen Braun,auch den Bauchstreif eben so, und am Rücken ein schwaches Grünhervorschimmern, doch auf den Flügeln u. s. w. kein Blau, denndiese sind, wie die Schwanzfedern, weiß, nach innen bloß bräunlich,sonst alles gelblich,weiß.*) — Man kennt auch eine weißge-sleckte (?. m. varius), und eine, welche, bei übrigens gewöhnlichgefärbtem Gefieder, weiße (l?. m. Isucoxrorus) oder blaß roft-gelbe Flügel hat. — Mißgestaltungen, besonders des Schnabels,sind sogar selten nicht, besonders findet man zuweilen solche, de-ren Schnabelenden verlängert sind und, wie bei den Kreuzschna-beln, sich kreuzen.
Was von einer kleinen Abart, die Otto in seiner Ue-bersetzung vornLutkon XVII. S. 43. gar als eigene, von dergewöhn-lichen verschiedene Art, unter dem Namen: Kleine Kohlmei-se, angenommen wissen will, zu halten sei, hat bereits Be ch steina. a. O. dargethan. Es ist, auch nach meiner Meinung, bloß einzufällig kleineres Individuum unserer Kohlmeise, die eben so seltennicht sind, und deren man fast in jeder Hecke, auch bei andern Vö-geln, eins findet.
DieMauserzeit ist die zweite Hälfte des Juli und der Augustmo-nat; der Federwechsel gehl bei den einzelnen ziemlich schnell vonStatten, so daß manche während der Mauser nur noch mit Mühefliegen.
Aufenthalt.
Dieser Vogel hat eine weite Verbreitung, man sagt, über.alleLander der alten Welt; doch scheint mir diese Behauptung zusehr ausgedehnt, weil wir schon in Europa bemerken müssen,daß er die kalte und gemäßigte Zone mehr liebt, als die warme, undin den südlichen Theilen dieses Erdtheils in weit geringer Anzahlals im nördlichen und den dazwischen liegenden angetroffen wird.So wie in Europa, so soll er auch im nördlichen Asien vorkom-
*) Ich besitze selbst ein solches Älännchen, waS vor einige» Jahren hier ge-fangen wurde.