lV. Ordn. XXIII. Gatt. 116. Kohl-Meise. 29
Der sogenannte Meisentanz gewahrt dem Freund des Vogel-fanges hohes Vergnügen, da außer den Kohlmeisen, welches aberdie Hauptvügel sind, nicht nur Blaumeisen, Tannenmci-fen, Schwanzmeisen, einzelne Sumpf- und Hau benm ei-sen, sondern auch andere neugierige oder zänkische Vogel, als Roth-kehlchen, Fitis- und Weidenlaubvögel, Goldhähn-chen, Aaunschlüpfer, Kleib er, sogar Sp echte und man-che andere gefangen werden; er giebt dem Ornithologen Gelegen-heit zu manchen interessanten Beobachtungen; allein er würde nochreinere Freuden gewahren, wenn sich dem Gefühlvollen nicht der nie-derschlagende Gedanke, um bloßen Gaumenkitzel so viel nützlicheThierchen zu todten, dabei aufdrängte-
Die sogenannte Leier erfordert eben solche Hütte, wie sieoben beschrieben ist. Hütten von Brokern oder gar von Steinen,mit Oefen u. s. w. taugen überhaupt durchaus zu keiner Art vonMeisenfang, weil man darin die Locktöne,wie die Meiscupseifc, zu wenighört, und weil sie die Vogel scheuen. Anstatt der Stangen mitden Sprenkeln hat man nun dort eine auf 6 Fuß hohe Stützen hori-zontal gestellte, dünne Walze, welche an den Zapfen ihrer beidenEnden in Löchern der Stützen beweglich ist, und mit einer dop-pelten Leine, die der Vogelfänger handhabt, so drehet, daß sichder eine Theil der Leine aufwickelt, wenn der andere durch denZug abgewunden wird, dadurch also beständig bewegt und ge-dreht werden kann. In dieser Walze stecken etwa 8 Zoll weit voneinander, dünne 3 Fuß lange Stöcke übers Kreuz, und an den En-den dieser Stöcke sind Löcher gebohrt, worin die Leimruthenbefestigt sind, die nun so stehen müssen, daß die des einen Stockes,die des nächsten kreuzweise» Paares nicht berühren. Die Leimru-then sind so locker gesteckt, daß sie mit den gefangenen Vögeln her-abfallen können, weil diese aber damit entschlüpfen und sich verkrie-gen möchten, so ist das Ganze am Boden mit Reisern oder Netz ein-gezäunt. Nudelmcisen, Lock und alles Uebrige ist wie beim Mci-sentanz.
ich gewiß weiß. «er B. bemüht sich einmal, in allen seinen Schriften dieKohlmeisen für bloße Strichvögel auszugeben; eS kann bloß Grille seinwenn er sie durchaus nicht für Zugvogel gehalten haben will, weil er esals guter Beobachter recht gut besser wissen konnte. Luf ein- lä-berii^eWeise sucht er S- « 42 . das Wort Z u g zu vermeiden, während er denwirklichen Zug ganz richtig beschreibt, ihn aber Strich nennt.