Band 
Fünfter Theil.
Seite
331
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V. Ordn. XXX. Garr. 169. Mittel-Specht. 331

Magen habe ich immer größer» als den des Rothspechts ge-funden.

Fortpflanzung.

Der Mittelspecht nistet in vielen deutschen Waldungen» beson-ders in ebenen Laubholzungen und in Eichenwäldern » doch nicht inzu kleinen Feldhölzern, zuweilen jedoch auch in Obstgarten, wennsie mit dem Walde zusammenhängen» und in von Laub- und Na-delholz gemischten Waldungen. In den schönen Auenwäldern un-serer Flußufer nisten ihrer viele.

Zu Ende März oder im April begeben sie sich an die Brüteorte,wo sie sich durch ihr unruhiges Wesen und häufiges Schreien baldverrathen. Bald sieht man dort ein Männchen sein Weibchen vonBaum zu Baum und bis in die Aeste hinauf jagen, oder zwei Männ-chen sich unter heftigem Schreien hart verfolgen» wobei sie oft imsonderbaren Fluge sich hoch über die Gipfel der Baume Hinweg-schwingen; bald lockt ein anderes, auf einem hohen Baumwipfelsitzend, mit hellgellender Stimme seine Gattin, oder es schnurrenzwei Männchen in geringer Entfernung gleichsam um die Wetteoder einander zum Tort auf ihren dürren Aesten. So kann mandas Revier, das ein Päärchen inne hat, bald finden, aber nicht soleicht den Baum, worin das Nest befindlich ist. Zwar zeigen die aus-gemeißelten frischen Späne, unter dem Baum zerstreuet umherlie-gend, diesen an, ist er aber mit Unterholz umgeben, so hält esschon viel schwerer, ihn zu entdecken, und hat man endlich denBaum, so ist es oft, wenn er eine große sperrichte Krone undviele starke Aeste hat, eben noch so schwer, das Loch zu finden, wel-ches die Eier u. s. w. enthält. Diese Höhle bereiten sie sich selbst,entweder ganz neu, an einer morschen Stelle und wo der Kern desSchaftes oder Astes schon etwas faul ist, oder sie arbeiten sich eineschon von der Fäulniß gebildete Höhle gehörig aus, oder sie bezie-hen eine vorjährige und reinigen oder putzen sie bloß auf. Sie istnicht leicht unter 20 Fuß vorn Boden, wol aber oft bis 60 Fußhoch und drüber, bald im Schafte des Baumes, wenn dieser nichtzu stark, bald in einem dicken Ast, z. B. auf großen alten Eichen,angelegt. Das Eingangsloch ist zirkclrund, nicht größer, als ge-rade nöthig ist, den Vogel hindurch zu lasten; daher läßt es ge-wöhnlich, von unten und in solcher Entfernung gesehen, so klein,daß es Mancher nicht für diesen Vogel gehörig ansehen möchte. In-