392 VI. Ordn. XXXII. Gatt. 173. Europ. Kleiber.
Schlamm verklebt, die Wand, ungeachtet des mürben Materials,doch recht fest, und das Eingangsloch ebenfalls genau in der Mitte.Nicht selten werden sie von den frühern Besitzern solcher Höhlen,ehe sie diese Arbeit vollendet haben, wieder vertrieben; ist dieMauer aber erst trocken, so können sie nur die Spechte wieder zer-stören; für die Schnabel anderer ist sie dann viel zu fest.
Das Nest selbst ist oft, wegen der Weite im Innern der Höhle,ansehnlich groß, und ein ohne alle Kunst zusammengelegter Klum-pen leichter Stoffe, nämlich lauter in Stückchen zerrissenes trock-nes Laub, hauptsächlich alte Blätter von Eichen und Buchen, oder,wie in Nadelwäldern, bloß Stückchen der allerdünnsten Blattchenvon der äußern Schale der Kiefern. Diese Dinge haben gar kei-nem Zusammenhang unter einander, und es ist darum zu verwun-dern, wie auf einer so losen Unterlage die Eier zusammengehaltenwerden können, oder daß sie nicht bis auf den Grund durchfallen.Man findet zu Ende des April oder doch Anfangs Mai gewöhnlichsechs bis acht, zuweilen auch wol neun Stück in einem Neste , dieden Eiern der Kohlmeise sehr ähnlich, nur etwas größer sind.Ihre Gestalt ist meistens schön eiförmig, in der Mitte ziemlichbauchicht; doch giebt es auch länglichtere und kürzer geformte.Ihre Schaleistzart, dünn, leicht zerbrechlich, glatt, aber wenigglänzend, weiß, bald ein wenig ins Gelbliche, bald ins Bläu-liche spielend, doch so wenig, daß es kaum merklich wird. Aufdiesem weißen Grunde sind sie nun mit hell- und dunkelrostrothenPünktchen bestreuet, die am stumpfen Ende dichter stehen und grö-ßer, ja einzeln hier zuweilen zu kleinen Fleckchen werden, sich aberdoch nicht kranzartig häufen. Hier zeigen sich denn auch an denmeisten noch violettgraue Punkte, welche tiefer in der Schale sitzen.Eine sehr dichte Zeichnung haben sie nie, und obwol die häufigereoder sparsamere Anwesenheit und Größe der Punkte sehr wechselt,so macht dies doch keinen so erheblichen Unterschied, daß sie nichtjederzeit kenntlich blieben.
Die Eier werden, wie bei den Meisen, dreizehn bis vierzehnTage ausgebrütet, aber wahrscheinlich vom Weibchen allein, demdas Männchen, währenddem Futter zuträgt. Bechstein sagtzwar, beide wechselten im Brüten ab, und das Männchen sitzenamentlich in den Nachmittagsstunden über den Eiern; da ich aberselbst ein Mal das Männchen seinem brütenden Weibchen Futterbringen sah, so bin ich geneigt, ersterer Meinung beizutreten. —Die Jungen werden, ebenfalls wie bei den Meisen, fast mit lauter