42 X». Ordn. XXXXVII. Gatt. 202. Groß-Trappe.
Anschlägen auf sein Leben verbunden, so vielfältig zu umgehen, daßüberall, auch wo es viele giebt, es mehr für eine besondere Begün-ftigung des Zufalls, als für Geschicklichkeit gehalten werden muß, ^einen Trappen zu erlegen. Es würden daher allenthalben nicht /mehr geschossen werden, wenn er auch nicht zur hohen Jagd ge-zählt würde.
Man schießt am gewöhnlichsten die Trappen mittelst einer gu- !ten Flinte mit Schrot oder Hagel von den stärksten Nummern, uoder mit kleinen Posten, d. i. mit kleinen Kugeln von Erbsengröße,von welchen etwa 10 bis 15 Stück eine Ladung bilden, weil sieein derbes Gefieder, starke Knochen und dazu ein zähes Leben ha-ben. Wird ihnen durch den Schuß nicht ein Flügel, oder derHals, oder der Kopf zerschmettert, so fliegen sie mit mehrern Schrot-körnern im Rumpfe oft noch sehr weit weg, ehe sie entkräftet nie-derstürzen. Wirksamer zeigt sich ein gut angebrachter Schuß immer imehr auf den fliegenden Trappen, während beim sitzenden das ge- -schlossene Gefieder dem Eindringen des Bleies schon vielen Wider-stand leistet. Deswegen soll man auch nicht auf sie schießen, wennsie gerade auf den Schützen zugeflogen kommen, sondern dieser soll ;es abwarten, sie in die Seite nehmen zu können, oder ihnen mehrvon hinten den Schuß anzubringen suchen. Gerade über denSchützen in mäßiger Höhe hinfliegend, hat man schon oft einen !
Schuß ziemlich feinen Hagels so gut angebracht, daß der davon !getroffene Trappe augenblicklich todt herabstürzte. Sichere Büchsen- !schützen erlegen ihn mit der Kugelbüchse leichter, weil bei dieser !Jagd die Entfernung immer ein Haupthinderniß ist, und man ;
Trappen nur selten auf Flintenschußweite ankömmt. — Man be- i
diente sich sonst zur Trappenjagd auch wol der Karrenbüchse, ^
eines Feuergewehrs mit 9 im Viereck über und neben einander zusam» -
men verbundenen Büchsenröhren, von welchen jedes mit einer Paß- s
kugel geladen war, mit einem Schlosse versehen, womit alle 9 Röhre L
zugleich losgebrannt wurden, wo also 9 Kugeln statt einer auf den S
Fleck trafen, die sich daselbst doch nicht so weit zerstreuet haben 4
konnten, daß alle das Ziel des Schusses verfehlt hätten. Ihrer -
Last wegen lag sie auf einem Gestell mit einem Rade, vorn in einer ?
drehbaren Gabel, hinten mittelst eines Schiebers auf der Achsel desSchützen; dieser, im Anzüge eines Arbeitsmannes oder Frauenzim- !mers, belud jenes zum Schein und schob es wie einen Schiebkarrenvor sich her, und wenn er seine Sache verstand, meist mit glückli- ^chem Erfolg. Auch auf Kraniche und wilde Gänse war dies
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