Band 
Siebenter Theil.
Seite
119
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X!. Ordn. XHX. Gatt. 206. Europ. Lriel. 119

niger kahl sind, wo es mehr und höhere Grasbüschel oder jungeKiefern, Ackerfurchen und sonstige Unebenheiten giebt; hier drückensie sich,, sobald der Feind ihnen nahe kömmt, platt auf die Erdenieder und liegen so fest, daß sie sich eher ertreten lassen als fort-laufen, und von Unkundigen, da ihr Dunenkleid ganz die Farbedes dürren Erdbodens hat, gewöhnlich übersehen werden. JedeFußtapfe, jedes alte Geleis, gewährt ihnen ein Versteck, selbst aufebenem Boden niedergelegt hat der Ungeübte Mühe sie zu entdecken.Die Alten zeigen zwar Angst und Entsetzen über solche gefahrvolleLage ihrer Kinder, wissen sich doch aber fern genug vom Platzedes Jammers zu halten, um nicht etwa durch einen Flintenschußerreicht werden zu können. Weniger durch Schreien, als durchangstvolles Hinundherrennen und Umkreisen des Gegenstandes derNoth im (verstellten) matten Fluge, machen sie ihren Gefühlen Luft,oder suchen Mitleid damit zu erregen; aber sie hüten sich wohl,den Menschen in eine gefährliche Nähe kommen zu lassen, wenn esnicht etwa Kinder, Hirten oder schlichte Ackerleute sind, die sie gutvon andern zu unterscheiden wissen. Später führen sie die Zun-gen von den Nistplätzen weg, aus nahe gelegene Brachfelder undan Orte, wo sie reichlichere Nahrung finden, das Familienband wirdnach und nach loser, denn sobald die Jungen fliegen können', zer-streuen sie sich am Tage und locken sich erst Abends wieder zusam-men, bis sie endlich unsere Gegenden ganz verlassen und einen Win-terausenthalt in wärmern Ländern suchen. Von den Brachäckernziehen sich die erwachsenen Jungen beim Anschein einer Gefahr oftin Kartoffelstücke zurück, verbergen sich da durch Niederdrücken, dassie bei plötzlichen Ueberraschungen auch zwischen Ackerfurchen thun;auch weiß man, daß Alte, wenn sich ihnen Menschen näherten, dieJungen zuweilen in ganz dünnstehendes Getraide führten, und alssie diese in Sicherheit wüsten, davon flogen.

Feinde.

Unter den Raubvögeln möchte es vielleicht dem Hühnerha-bicht und dem Taubenfalken öfterer glücken, einen Triel zu er-wischen, wenn dieser sich nicht durch augenblickliches Niederdrückenund Stillliegen vor ihnen zu sichern wüste. Er versäumt gewißnie, ihnen zur rechten Zeit dies Rettungsmittel entgegen zu setzen,wo ihn jene auf weiter Ebene überraschen; hat er aber ein gutesVersteck, z. B. junge Kiefern in der Nahe, dann flüchtet er schnell,