XII. Ordn. L.I Gatt. 214. Mornell-Steinwälzer. 317
haben junge, aber völlig erwachsene Vogel, wie man sie auf demHerbstzuge mitten auf dem Festlande erlegt, noch einen andern, sehrabweichenden Lockton, den ich von denen an der See im Früh-jahr nicht vernahm, und welcher sanft oder gedämpft wie Dlüaklingt. Diese Stimme gleicht sehr dem Lockton des Flußregen.Pfeifers, hat aber einen noch tieferen Ton; noch entfernter ähneltsie dem des Alp enstrandlä ufers. Ich horte sie namentlich voneinem Individuum, das auf dem Wafserschnepfenheerde gefangenund einen Tag lang als Ruhrvogel (lebend) auf demselben gebrauchtwurde, mehrmals, und sie schien nicht Angstruf zu sein. — Erschreit im Fluge viel, im Sitzen seltner, am meisten aber amBrüteorte.
Nahrung.
Sie besteht in allerlei im Wasser oder nahe an demselben unterSteinen lebenden Insektenlarven, weshalb er auch die kleinen, amUfer liegenden und bei der Flut überschwemmten Steine fleißig um-wendet, wobei ihm wahrscheinlich die Beschaffenheit seines Schna-bels gute Dienste leistet. Die Gattung hat davon ihren Namenerhalten, obgleich auch andre Strandvögel auf ähnliche Art zu unterSteinen steckenden Insekten zu gelangen wissen. Wo dergleichenVogel eine Zeit lang an steinichten Ufern herumliefen, sieht man esgleich nachher noch recht deutlich an den umgewendeten oder dochaufgelockerten und verschobenen kleinen Steinen. Auch alte Conchy-lien wendet er deshalb um, und bohrt mit dem Schnabel auch Lö-cher in den Sand, um kleine Sandwürmer daraus hervor zu holen.Er besucht daher bei eintretender Ebbe die Sandwatten, hält sichaber zur Flutzeit oft ziemlich entfernt vom Wasser auf trocknemBoden auf, wo er kleine Käferchen und andere Insekten fängt, undauf Rasenplätzen mitunter auch Regenwürmer aufliest.
Die letztem scheinen niemals Hauptnahrung für ihn zu sein,ja vielmehr nur ein Nothbehelf; dagegen dnrchsucht er gern dasvon den Wellen ausgeworfene Seegras, Tang und andere Wasser-pflanzen, in welchen er allerlei kleines Gewürm findet. Als Rei-bungsmittel verschluckt er ebenfalls viele kleine Sternchen und Sand-körner.
Im Frühjahr und Sommer findet man ihn nicht fett, diessind aber die jungen Vögel im Herbste sehr; die große Beweglich-keit der Alten mag dort, wie hier die größere Ruhe und Gemäch-