Band 
Zwölfter Theil.
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116 XIII. Ordn. DXXXVIll. Gatt. 341. Trauerente.

verschwinden erst mit Abgang des Eises aus der Gegend. Diejeni-gen, welche an den dänischen Küsten überwinterten, sieht man zuEnde des März und im April diese verlassen und nordöstlich ziehen;aber die, welche weiter in Südwesten den Winter zubrachten, kom-men von da erst Ende April oder Ansangs Mai zurück und ziehendurch jene Gegenden, den erster» in derselben Richtung folgend.In manchen Jahren zaudern sie mit dem Wegziehen sogar durchden ganzen Mai und ich selbst sahe am I3ten Juni 1840 auf derNordsee, unfern der Elbmündung, in einer unermeßlichen, endlosen,fast von einem Ende des Horizonts bis zum andern reichendenSchaar vielartigcr Seevögel und zahlloser Enten auch noch vieleTrauerenten, namentlich auch kleine Vereine von lauker alten Männ-chen, von denen einer dem Schiffe so nahe vorbeistrich, daß ich siehätte schießen können und ganz deutlich erkannte; diese hatten sichalso noch nicht einmal Weibchen angepaart. Sie und andere En-ten flogen, jede Art für sich, meistens in einer schrägen Reihe, grö-ßere Gesellschaften in unordentlichen Schwärmen, Alken, Lummenu. derzl. einzeln und bunt durcheinander. Die Schaar schien eben-falls nordöstlich fortzurücken. Die eigenthümlichen Töne, welche diemännlichen Trauerenten im Frühjahr fliegend hören lassen, machenes möglich, daß man auch bei ihren nächtlichen Wanderungen dieRichtung derselben bestimmen kann.

Die Trauerente liebt das Meer so, daß sie auch im Sommerin der Nähe desselben ihre Wohnsitze auf See'n, Teichen und inSümpfen aufschlägt, um, sobald die Jungen erwachsen, sich Illit die-sen wieder auf jenes zu begeben. Nur sehr große Binnenwasscrmögen hiervon eine Ausnahme machen. Selbst auf dem Zuge undin ungewöhnliche Gegenden verschlagen sucht sie nur die größerenGewässer auf, so daß wir sie auf kleinen Teichen nie antrafen. Diefließenden Wasser, tief im Lande, besucht sie auch nur, wenn diestehenden mit Eis bedeckt sind. Nur auf freien und tiefen Wasser-flächen von großem Umfange läßt sie sich auf ihren Reisen nieder,und nähert sich auf solchen sehr selten, weder dem Ufer, noch demRohr oder Schilf. Wo viel des Letztem wächst und nur wenige oderkleine Flächen davon frei bleiben, weilt sie nie lange, besucht solcheauch nicht des Abends, wenn alle Enten unruhig umher schwärmen,vom Tagesaufenthalt aus, nähert sich aber dann oft fliegend demUfer. Ebenso scheint sie das Wasser mit schlammigem Boden undvielem untergetauchten Kräuterwuchs nicht zu lieben. Auf demMeer sind ihre Lieblingsplätze meistens solche, wo das Wasser nicht