Band 
Zwölfter Theil.
Seite
366
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366 xm. Ordn. I^XXXIX. Gatt. 354. großer Säger.

Federn des vorigen Kleides vermischt. Sonderbar ist, daß dieschwarzgrüne Befiederung des Kopfes und Halses gewöhnlich zuerstan der Grenze des Weißen in der Mitte der Halslänge ringförmigerscheint, während der Kopf noch ganz braun ist.

Sehr merkwürdig kömmt jener liebliche Auroraanhauch am wei-ßen Gefieder des Prachtkleides unserer Art niemals an den wei-ßen Federn der Flügel vor, doch ausser am ganzen Unterkörper auchan dem weißen Streif der Schulterpartie, aber hier wie am Halseund unter dem Schwänze, stets blässer als längs der ganzen Brustund am Bauche. Es ist kaum zu bezweifeln, daß diese Farbe ausdem gleichgefärbten Fett des Vogels in die Federn dringe, nichtallein, weil sie an den Dunen der Federwurzeln am stärksten ist,weiter herauf schwächer wird und an den unbedeckten Enden derFedern sanft in Weiß übergeht, mehr oder weniger, aber immerabnehmend und blasser erscheint als an den bedeckten Theilen,' son-dern weil auch stets die fettesten Individuen sie am prächtigsten,minder wohlgenährte sie blasser, und abgemagerte kranke kaum eineschwache Spur davon haben. Uiberdem ist diese Färbung so leich-ter und flüchtiger Art, daß sie nach dem Ableben des Vogels sicht-lich bleicher wird, am ausgetrockneten Balge und dem ausgestopften,wenn sie nicht stark vorhanden war, fast oder gänzlich verschwindet,besonders dann, wenn das Austrockenen zu schnell und in zu star-ker Hitze geschah; sie verbleicht in Weiß schon bei immerwährendausgesetzter Tageshelle, aber noch viel schneller und spurlos ver-schwindet sie in den Sonnenstrahlen. Man hat daher bei Ausge-stopften, um jene Farbe festzuhalten, allerlei künstliche Mittel ver-sucht, meines Wissens ist es aber noch nicht geglückt, sie in vollerFrische zu conserviren.

Kein europäischer Vogel hat diesen herrlichen Farbenanhauch sointensiv als unser großer Säger, obgleich er bei vielen Fische fres-senden Schwimmvögeln auch, aber in schwächerer Anlage, zuweilenbei Meven und Meerschwalben als Rosenfarbe und beim altenmännlichen Nachtreiher als reines Schwefelgelb vorkömmt. Daßbei entenartigen Vögeln ein Fett von hochrothgelber Farbe ein Erzeug-niß des länger fortgesetzten Genusses vieler Fische ist, hat mir einselbst beobachtetes Faktum zur Gewißheit gebracht. Die hochgelbeFarbe des Fettes mit Getreide und andern Dingen genährten Haus-enten verwandelt sich nach diesen Beobachtungen, bei lange anhal-tendem Genuß von Fischen, effectiv in eine hochgelbrothe und dasFleisch solcher Enten nimmt dadurch auch jenen ihnen sonst fremd-