Band 
Zwölfter Theil.
Seite
427
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XIII. Ordn. XO. Gatt. 356. Polar-Seetaucher. 427

Aufenthalt.

Der Polar-Seetaucher muß zwar auch zu den hochnordischenVögeln gezählt werden, scheint jedoch nicht so hoch gegen den Polhinauf zu gehen als der Eissee tauch er, wie denn auch seineheimathlichen Länder mehr nach Osten zu liegen. Auf Island und in Grönland ist er nicht heimisch, in Norwegen selten, inSchweden häufiger, in Finnland sehr häufig, und so in unter-halb des 6V Grades n. Br. gelegenem Ländcrstrichcn durch das ganzenördliche Rußland und Sibirien bis Kamtschatka , von woer beiläufig bis zu den Kurilen und Japan herab noch vor-kommt, etwa in ähnlicher Weise wie im mittlern Europa ,nämlich um zu überwintern. Er wird ferner zwar auch unter denVögeln des obern Nordamerika genannt, ist aber, wie es scheint,dort nicht häufig oder kömmt nicht in allen Strichen vor, denn inden Nordamerikanischen Vereinsstaaten soll er selten bemerktWerden. Nicht so ausschließend bloß dem Polarkreise eigen, weichter überhaupt aller Orten viel weiter nach Süden davon ab, als derEisseetaucher jemals, nämlich hinsichtlich seiner Sommerwohn-plätze, die bis durch das mittlere Schweden Herabreichen, sichüber ganz Finnland verbreiten und zum Theil noch auf Esth-land erstrecken, wie z. B. den Peipus-See . In großer Anzahlbewohnt er den Ladoga-See , wo die vorige Art nie vorkommensoll, und ist auch auf andern See'n Rußlands gemein. Däne-Mark, England, Holland besucht er nur auf seinen Winterrei-fen, noch sparsamer Frankreich , ist indessen als größte Seltenheitund einzeln sogar an der Küste von Italien bemerkt worden.Auf der Ostsee kömmt er auch nur im Winter, aber nicht seltenvor, und verfliegt sich von der diesseitigen Küste auch in das In-nere von Deutschland , ist namentlich in den Flußgebieten derOder und Elbe , so wie des Rheins öfter einzeln angetroffen wor-den, kömmt von den Strömen auch auf die größer» Landsee'n undvon letztem bis auf die der Schweiz , wo er, besonders im Zu-gendkleide, alle Jahr vorkommen soll. Bei uns scheint dies weni-ger der Fall, insofern er, wenigstens im nordöstlichen Deutsch­ land , viel öfter im Prachtk leide vorgekommen ist als eine derbeiden andern Arten; denn wir können für hiesige Gegenden (ineinem Kreise von etwa 10 bis 12 Meilen Durchmesser) seit nochnicht 40 Jahren, freilich nur 6 Stück zusammen zählen, von denen