Schreiadler.
39
und dem schwarzen Felde in der Mitte des weißen Unterflügels,wenn man ihn von unten sieht. Er hat einen hohen, maje-stätischen Flug, in welchem er sich in großen Kreisen oft bis zu denWolken hinauf schraubt, und darin viel Kraft und Gewandtheitentwickelt. In seinen Bewegungen zeigt sich überall ein gewisserAdel; er ist muthig und kühn, schlau und vorsichtig, und giebtdarin Manchem von den größern Arten nichts nach.
Nahrung.
Er fangt Hasen (vorzüglich junge), Kaninchen, Murmelthiere,Hamster und andere, bis zur Größe einer Maus herab; unter denVögeln vorzüglich Zwergtrappen, Fasanen, Wald- und Feldhühner,nebst Enten und anderem Wassergeflügel, verfolgt sie mit Energieund Geschicklichkeit, versäumt jedoch nicht, wenn gerade etwas Le-bendes nicht zu haben, auch aufs Aas zu gehen. Vielleicht frißter auch Amphibien, Fische aber sicher nicht; denn zum Fange dieserpassen weder befiederte Fußwurzeln, noch so flach gebogene Krallen;sogar die ganze Gestalt dess edeln Vogels widerspricht solcher irrigenMeinung.
Fortpflanzung.
Man hat Ursache zu vermuthen, daß er seltner auf Bäumen,als in Felsenspalten horste; in diesen hat man auch auf Sardi-nien den Horst mit 2 Eiern gefunden, ohne nähere Angabe desEinen oder der Andern.
Feinde und Jagd.
Wegen großer Scheue ist er schwer zu schkeßen, doch beim Aaseversteckt zu erlauern nnd hier auch zu fangen.
.Nutzen und Schaden.
Etwas ihm eigenthümlich Zukommendes ist hiervon nicht bekannt.
Zu S. 217.
Der Schreiadler.
Zuvor ist zu bemerken, daß dort (bis zum Schlüsse auf S.223) nur Eine Art Schreiadler beschrieben, eine zweite zwarvon uns vermuthet wurde, jedoch etwas Gewisses darüber sich da-mals nicht herausstellen ließ, weil die erforderlichen Erfahrungen