Band 
Erste Sammlung. Von dem Bau der Gewächse und der Bestimmung ihrer Theile.
Seite
260
JPEG-Download
 

« 6 »

Ler letztere sich gewöhnlich nur gegen Abend ein-findct. Allein, baß das Licht wenigstens nichtder einzige Grund des Wiedcraufrichtens derBlatter, und die Dunkelheit nicht die einzigeUrsache ihres so genannten Schlafes ist / kön-nen wir aus folgendcn Thatsachen schließen:

In den längsten Sommertagen ist es umsieben Uhr Abends und um sechs Uhr Morgensoft so hell wie am Mittag: dennoch schlafendie Cass en', Mimosen und die Tamarinde in-unsern Treibhäusern schon Abends um sechs Uhr,und richten erst gegen sieben Uhr früh ihre Blät-ter auf. Oft habe ich gesehn, daß, wenn dieLaden der Treibhäuser bis um acht-Uhr Mor-gens geschlossen blieben, die Pflanzen mit ge-fiedertem Laube längst erwacht waren, ehe siedas Licht der Sonne genossen. Auch wenn man,etwa wegen eines Schloßcnwetrers, die Häu-ser schon des Nachmittags zudeckt , bleiben dieBlätter der Gewächshaus - Pflanzen doch nochin ihrer gewöhnlichen Richtung, bis ihre be-stimmte Zeit, zu schlafen, kommt.

Die Fähigkeit, zu schlafen, vermindertsich gegen den Herbst und hört im Winter' fastganz auf. Unsere Tamarinden und Cassien, dieden Winter hindurch grün bleiben, veränderndir Richtung ihrer Blätter im Winter nur we-nig. Auch bemerkte Bonnet, daß man dieBlätter der Aeacie den ganzen Tag über, auchwenn es noch so heller Sonnenschein ist, zuntSchlafen zwingen kann, wenn man nasse Schwäm-me unter sie befestigt, und baß sie dagegen die