Band 
Erste Sammlung. Von dem Bau der Gewächse und der Bestimmung ihrer Theile.
Seite
284
JPEG-Download
 

find verwachsen, wie in Erbsen, Dohnen undWicken.

Viele Staubfäden haben einen gegliedertenBau »nd scheinen aus lauter kleinen Gelenkenzu bestehen. Vermöge dieses Baues springen siemit großer Schnellkraft in die Höhe, wenn sieberührt werden, und die auf ihnen sitzende An-thère sprüht die befruchtende Substanz von sich»In den Blumen der Berberitzen und des Glas-krauts (Parietaria oficinalis) kannst Du ganzdeutlich diese Errichtung bemerken. Bey man-chen Staubfaden- bedarf es bloß des Anhau-chens, um sie in Bewegung zu setzen. Das siehtman an dem C'stus, der bey uns auf Bergenwächst. Eine Art Fackeld'stel hat eine großeMenge Staubfäden, die auf jeden Reiz sich nachder entgegengesetzten Richtung bewegen.

Es giebt Staubfäden , die mit Ansetzen ver-sehen, andere, die ästig sind. Ansätze sieht manin der Saibey: ästig sind sie in einer herrlichenBlume des südlichen Amerika , der Carolinea.Mit Haaren besetzt findet man sie sehr häufig,B. in der gemeinen Königskerze (Verbalcumund in der virgüiischen Tradescantia,

(Fig. 2l.^>

Die Zahl der Staubfäden steht gewöhnlichmit der Zahl der Kronenblätter oder der Ein-schnitte der Blumenkrone in Verhältniß. Hatdie Blumenkrone fünf Blätter oder Einschnitte,so pflegen auch fünf oder zehn Staubfäden dazu seyn. Doch findet sich davon mancher Aus-nahme. Mehrere Scabiosen haben fünf Ein-