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Untersuchungen über die physicalische Geographie der Alpen : in ihren Beziehungen zu den Phaenomenen der Gletscher, zur Geologie, Meteorologie und Pflanzengeographie / von Hermann Schlagintweit und Adolph Schlagintweit
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CAP. XIX.

Die periodischen Erscheinungender Vegetation.

Methode der Beobachtung. Material der Untersuchung, beobachtete Erscheinungen. Verzogc-1uu.g der V eg e t a t iou s c n t w i c ke Uu u g mit der Höhe. Mittlerer Eintritt der Vegetationsepochen von lau-send zu tausend Fuss. Erwachen der Vegetation, extreme Sehnecfälle. Zeit zwischen der Rliithc und Fruchtreileeiniger Pflanzen; zwischen der Saatzeit und Ernte des Wintergetreides. Heuernte. Mittlere Verzögerung der Ve-getation. Vergleich mit den Resultaten anderer Beobachter. Einfluss c 1 i m ti t i s c h e r V <rr li U11 u i s s e. Tem-peratur der Luft im Schatten und in der Sonne; Unterschiede in extremen und conslanten Climalen; Insolafton und In-tensität des Lichlreizes; Aulheil der Pflanzen an der Temperatur der lieferen und oberen Bodenschichten. Feuchtig-keit und locale Einflüsse. Betrachtung der Temperatur, bei welcher ein bestimmtes Phänomen in verschiedenen Höheneinlritt; Wärme während der ganzen Vegelationszcit einer Pflanze. Beobachtungen an einzelnen Statio-nen. Bemerkungen über das Gedeihen der Cerealien in grösseren Höben. Resultate.

. . Methode der Beobachtung.

Die Untersuchung der periodischen Erscheinungen in der Entwickelung der Vege-tation gewinnt in den Alpen dadurch an Interesse, dass schon in geringer Entfernungsich sehr grosse Differenzen beobachten lassen. Eine aufmerksame Betrachtung derselbenweist uns sehr oft auf climatische Veränderungen hin, welche durch Reihen meteorolo-gischer Beobachtungen allein, nur schwer sich erkennen lassen. Auch manche Ursachen,welche die Grenzen der .Vegetation nach der Höhe, innerhalb eines kleineren Spielraumes,verändern,. treten hier zuweilen weit deutlicher hervor. Es ist z. B. nicht selten, dassnur in einzelnen Jahreszeiten Verhältnisse stattfinden, welche dem Gedeihen einer be-stimmten Pflanze nachtheilig sind; die dadurch hervorgerufenen Störungen in den Enl-wickeluugsepochon machen uns dann auch auf die Gründe ihrer niederen Höhengrenzenaufmerksam.

Bei den grossen Schwankungen der Entwickelung der Vegetation in verschie-denen Jahren ist es nicht ohne Schwierigkeit, zuverlässige und vergleichbare Angaben