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Acipenser Huso.
blöfste Stellen des Flusses mit einem über den Kopf geschlagenen Tuche nieder, um die Orte zu erfahren,wo die Fische auf dem Grunde liegen. Anfangs Januar beginnt dann unter Leitung eines Ataman dieFischerei. Die Cosaken, welche durch einen Zettel die Erlaubnifs zum Fang nachweisen können,versehen sich mit mchrern langen und kurzem geraden Stangen, woran Haken befestigt sind, undstellen sich noch vor Sonnenaufgang reihenweis, und zwar für den Fall eines Ueberfalls von den Kir-gisen, bewaffnet auf. Zwei Kanonenschüsse geben mit Tagesanbruch das Zeichen zum Aufbruch, wor-auf jeder so geschwind als die Pferde laufen zum Fischplatz eilt. t Wenn alle angekommen sind,macht sich jeder nach zwei vom Ataman als Signal gegebenen Büchsenschüssen, eine runde Oeffnungim Eise und bringt mit gegen den Strom gerichteter Spitze, nach Maafsgabe der Tiefe des Stromes,bei flachen Stellen zwei, bei tiefen nur eine Hakenstange bis auf eine Hand breit über dem Grundein. Glaubt er, dafs ein Fisch auf den Haken gerathen ist, so zieht er ihn rasch an sich. Fangenzwei einen Fisch, so wird er getheilt. Mancher fängt 10 an einem Tage, andere gar keinen (*). DieFische werden dann an die Kaufleute verhandelt (zu Pallas’s Zeit galten 10 Stück grofse Störe 30bis 45 Rubel), welche sie verpacken und den Rogen zubereilen, den Cosaken aber die Schwimm-blase überlassen.
Nutzen. Aus dem Rogen, wozu noch an der Wolga fast stets der des Ossetr (A. Güldenst ädlii)der Sewrjuge (A. stellatus) und des Sterlet (**) kommt, wird der Caviar (Cavear, Cäviar, Cavjar, Ca-viarium, Franz. Caviard , Holl. Caviard) bereitet, indem man ihn mit Ruthen peitscht, durch enge Netze(Grocholki) oder Siebe drückt, und so von den Gefäfsen und Häuten befreit. Der so erhaltene Caviarwird entweder, und zwar nur im Winter, ungesalzen oder schwach gesalzen in Tonnen verführt und alsWinlerspeise benutzt, oder im Sommer stärker (durchsalzener, szasol'najä) oder schwächer (frischeingesalzener, swjescheprosol’najä Ikra) gesalzen. Auch wird ein Theil des wohlgesalzenen Rogensin leinenen Säckchen durch Ausringen, oder in durchlöcherten Kisten durch Gewichte zum Austriefengebracht, und dann in Fässer geprefst und mit Fischfeit übergossen ( mjeschetschnaja , besonders alsSommerspeise geschätzt). Oder man legt den frisch herausgenommenen Rogen blofs mehrere Tage ineine Salzlake, trocknet ihn dann an der Sonne, schlägt ihn in Fässer und übergiefst ihn mit Fisch-fett (***). — Die rohen, mit Gewürz zubereiteten Eier (Armenshaja ikra) gehen als Cavear nach Grie-
(*) In Persien , an den Küsten des caspiscben Meeres, besonders in Sallian bei Astrabat, an der Mündung des Sifidrudund der Emba (Pall. Reis, in siidl. ProI. S 184.), fängt man die Störe ebenfalls, aber zur Laichzeit, mittelst Haken-stangen (S. G. Gmel. R. III. p. 504 ). — In der Gegend von Astrachan werden die Lagerstätten der Hausen im Novem-ber durch Sacknetze ausgefischt. S. G. Gmel. R. II. p. 225. — Der astrachanische und persische Fischfang bringen jähr-lich fast 2 Millionen ein. Man fängt über 100,000 Hausen, über 300,000 Ossetrs und fast 1) Mill. Sewrjugen. Von denHausen erhält man gegen 776, den Ossetrs 933, den Sewrjugen 1806 Pud Hausenblase. An Caviar liefern die Hausen gegen
10,350, die Ossetrs 22,920, die Sewrjugen 90,700 Pud. Pall. R. in siidl. Prov. I. p. 184.
(**) Der Hausenrogen wird wegen seines vielen Schleims für die schlechteste Sorte gehalten und dem vom Ossetr und derSewrjuge nachgesetzt. Pall. R. I. 295.; S. G. Gmel. R. II. 236. Ueberhaupt soll er aber aueb bei den Sewrjugen, wenn
sie in den Jaik ankommen, sehr schleimig seyn, und je höher sie aufsteigen, um so mehr an Schleim verlieren. Pall. ib.
( M *) Ueber Caviarbereitung s. Pall. R.1 .138 u. 295.; II. 344.; Lep. R. I. 225.; S. G. Gmel. P L . II. 234; Georgi Bemerk.e.Reis.I. S. 176.; Güldenst. Reis. I. S. 122.; Geig. (Hänle’s) Magaz. B. III. S. 91.; Dingler Polytedin. J. B. X. S. 3.Petri inBuclin. Repertar. B. 23. II. 2. S. 84. erwähnt: nur drei Sorten: 1) den gemeinen geprellten ipajusnaja ikra)) 2) denkörnigen (durch Siebe geschlagenen); 3) den gesäckten ( Meschechnaja ikra) als die beste Sorte. Eine sehr schlechte SorteCaviar wird von den Arbeitern aus todt ans Ufer geworfenen oder zu fetten Fischen bereitet. Pall. R. II. 346.— Nach Petri wirdauch der Welsrogen zur Caviarbereitung benutzt. — An vielen Orten bereitet man aus dem Rogen des Weifslachses undHechts, nachdem man ihn meist, um den Schleim zu entfernen, vor dem Salzen gebrüht hat, eine Art rötlilichen Caviar(Krasnaja Ikra). Pall. R. I. a. a. O. — Belon und Aldrov. p. 531. erwähnen eines rotlien aus Cyprinus-Arten be-reiteten Caviars. — Eine Art Caviar ist wohl auch das aus den Eiern von Cephalus durch Einsalzen, Pressen und Trock-nen an der Sonne oder im Rauch bereitete Bothargum, s. Valent. Mus. Mus. T. I. L. III. c. 31. — Das Garum desPlinius Lib. 31. c. 43. hat man (Grofs. p. 78.) mit Unrecht für eine Art Caviar gehalten.