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Acipenser Güldenstädtii.
Kopfes über der Mitte des Kiemendeckels 4| #/ ; über den Angen 3'*; der Rüsselspitze l|w.— Er wird5—8 Spannen lang, bis 160 Pfund schwer und enthält oft an 5 Pud Eier (Pall.) (*).
Anatomie (**). Darmkanal bläulich-schwärzlich marmorirt. Pförtnerlheil des Magens sehrgrofs, dickwandig und fleischig, viereckig-rundlich. Schwimmblase verlängert-kegelförmig, nach hin-ten ziemlich spitz endend. Gallenblase grofs, etwas verlängert-bimförmig. Pancreas fast abgerundet-sechseckig. Milz unter der ersten Krümmung des Darmes liegend und das untere Ende derselben mitihrer Basis theilweis umfassend, V-förmig, mit 4 Fortsätzen, wovon einer auf der linken, zwei auf derrechten Seite und ein mittlerer kleiner. Der rechte obere am Darm aufsteigend wie der linke, derrechte untere neben dem rechten obern liegend, mit einem sehr breiten, langen Anhang. Eier schwärz-lich, zuweilen weifs (').
Vaterland. Der Güldenstädtsche Stör scheint fast noch weiter verbreitet zu sein als derHausen, denn man findet ihn nicht blofs im caspischen Meere und den in dasselbe sich ergiefsendenFlüssen (Wolga , Ural ( 2 ), Terek , Kur ( 3 ) u. s. w.) und ihren Hauptnebenflüssen, in den mäotischenSümpfen ( 4 ), im Baikal und den darin sieh ergiefsenden Flüssen (obere Angara , Selenga , Bargusin ( 5 )),ferner in allen grofsen nertschinskischen Flüssen ( 6 ), sondern auch im schwarzen Meere und der Do nau ( 7 ), ja wohl auch im Don, dem Dnieper u. s. f. Weniger häufig soll er in den Flüssen sein, dieins Eismeer gehen ( 8 ), doch soll er sich im Ob eben nicht selten finden ( 9 ).
Hinsichtlich der Lebensart kommt er mit dem Hausen überein, doch sollen alle vom Früh-ling bis in die Mitte des Sommers in die Ströme ziehen, um zu laichen, ohne dafs welche in denMeerbusen blieben. Er soll besonders in den Meeresbuchten überwintern. Steine findet man auch inihm, aber selten gröfser als ein Taubenei ( l0 ).
Nutzen. Wegen der Güte des Fleisches, der Rückenslreifen, der Eier und der Hausenblasegehört er zu den geschätzten Arten und wird dem Hausen weit vorgezogen (“). Aus dem Jenisei ist er amschmackhaftesten, dann auch aus dem Caman, nicht aber aus der Wolga , und noch weniger aus demIrlisch. Die ganz allen haben zwar weniger, aber sehr schmackhafte Eier, die auf die kaiserliche Tafelkommen. Er wird, wie schon erwähnt, wie der Hausen häufig und zwar ähnlich gefangen, und lie-fert, wie aus Pallas ( 12 ) hervorgeht, eine grofse Menge, vielleicht über f, des Caviars und der Hausen-blase, die im Handel Vorkommen. Nach Wien wird der Osselr häufig, und zwar im Sommer in Eisgepackt, aus Ungarn gebracht (Lichtenstein).
Aci-
(0 Pall, zoogr. a. a, O. — ( 2 ) Pall, zoogr, a, a. O.; R. I. 284, <— (’) Güldenst. JVon. Comm. Petrop. T. XVII.p. 518. — ( 4 ) Pall, zoogr. — ( 5 ) Georgi Bern. e. Reis. S. 176. — ( 6 ) Georgi ebd. S. 352. — ( 7 ) Exemplar des hiesi-gen Museums. — (*) Pall, zoogr, — (’) Pall. Reis. III. S. 48 u. 84. — ( 4 °) Pall. Reis. II. 338.; Zoogr. a. a. O. —C 1 ) Pall, Reis. I. 138.; Zoogr. a. a. O. — ( 1J ) Reis, in südl. Prov. I. 184. ff.
(') Zu dieser Art gehören offenbar nach ihren wesentlichen Merkmalen (Bildung des Kopfes und seiner einzelnenTheile, Körperform, Flossenform, Vorhandensein von Stcrnschildclien zwischen Rücken und Seitenjcliildchen) und nach derAnalogie mit den Altersverschiedenheiten anderer Störarten, namentlich A. Sturio Linn., zwei von v. Humboldt undEhrenberg als Ossetr aus Astrachan mitgebrachte Exemplare, das eine von öj", das andere von 1' Länge. Nur weichensie dadurch ab, dafs bei dem gröfsern Individuum hinter der Banchflosse einige, auf beiden Seiten ungleichzählige, strahlen-förmige Schildchen in einer Reihe, die beim kleinern noch weiter verläuft, stehen, und beim kleinern noch auf dem Bau-che sich strahlenförmige Schildchen zerstreut finden. Für die Identität spricht dann auch Pallas’s Beschreibung unterß Varietas nondum adulta, Kostera Russorum. (Zoo^r. a. a. O. p. S6J
(**) Eine Abbildung dez ganzen Magens bei Marsigli Danub- Tom. VI. Tab. 19. Fig. 1.; des aufgeschnittenen Ma-gens ebend, Fig. 2., und des Herzens ebend. Fig. 5. — Die von uns gegebenen anatomischen Data gründen sich auf Unter-suchungen der Eingeweide des beschriebenen Individuums.
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