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Zweiter Band.
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Acipenser Sturio.

Als Vaterland kann man jetzt nur init Sicherheit einen Theil des atlantischen Oceans, na*mentlich die französischen (*) und englischen ( * 2 ) Küsten, dann die Nord- undOstsee und das baltischeMeer ( 3 ) angeben, nur einzeln verirrt er sich bis nach Island ( 4 ). Aus der Ostsee steigt er ins frischeund kurische Haff und in die Hauptflüsse ( 5 ), doch ist er in der Düna selten ( 6 ). In der Oder geht erselbst bis Breslau und Ratibor ( 7 ). An den meklcnburger ( 8 ) und dänischen ( 9 ) Küsten und in der Eyderist er gleichfalls. Aus der Nordsee kommt er ebenfalls in die Hauptflüsse. In der Elbe wird er beiHamburg sehr häufig ( 10 ) und auch bei Magdeburg nicht selten gefangen, seltener bei Wittenberg . Zu-weilen verirrt er sich in die Spree und Havel ( ll ). Im Rhein kommt er oft bis Strasburg , selten bisBasel ( I2 ). Von den französischen Küsten gelangt er in die Seine, Loire , Garonne, Rhone , Saone, denAdour u. s. f. ( 13 ), doch soll er in Südfrankreich im Ganzen selten sein ( 13 ). Wenn Salvianus, wiees scheint, unsern Stör hatte, würde er auch im Milteimeer sein. Die Angabe Mitchills ( l4 ), dafser in Nordamerica vorkomme, ist wohl sehr zweifelhaft.

Lebensart. Er ist, wie die andern Arten, ein Zugfisch; erscheint aber nicht in grofsenSchaaren, sondern nur truppweis oder einzeln, und kommt überhaupt seltener vor. Er laicht im Aprilund Mai. Im Rhein soll er im Mai und Juni stromauf steigen und sich durch die Wellen, die erbeim Schwimmen wirft, verrathen ( 1S ). Gefangen regt er sich wenig, wiewohl er bisweilen die Kraftseines Schwanzes fühlen läfst ( 16 ).

Nutzen und Fang. Man fängt ihn häufig hei Pillau , dann auch in vielen Flüssen, besondersin den französischen ( 17 ), zumal in der Nähe ihrer Mündung, ferner in Norwegen ( l8 ), und zwar mit gro-fsen Netzen oder Harpunen; im Ganzen seltener als die russ. Störarten; doch fängt man in Frankreich (Du Ham.) zuweilen 25 an einem Morgen. Das Fleisch schmeckt süfslich, ist schwer verdaulich,und wird theils frisch gegessen, theils eingesalzen und marinirt( I9 ). Die Eier geben einen trefflichenCaviar, der aber fast nicht in den Handel kommt. Von der Anwendung der Schwimmblasen ist nichtsbekannt, wohl weil man deren zu wenig hat (*).

S. 113. Taf. VIII.; Kühl Beiträge z. Zool. u. vergl. Anat. S. 1S8. (Skeletbildung), und vorzüglich v. Bär b. Burdach

im -len Bericht v. d. anatom. Anstalt in Königsh Leipz. 1819. (enthält fast eine ganze Anat.) und v. Bär i. Meckels

Arch. Jahrg. 1826. S. 363. (Skelet- und Schilderbildung) und ebd- S. 376. (Seitenkanal.); dann d. Handbücher über vcrgl.Anatomie, besonders das v» Meckel.

( l ) Du Harael Traite d. peches P. II. T. III. pag. 220. ( 2 ) Cousch Linn. trans. XIV. pag. 69.,- Isis 1829.H. X. 107S.; Penn. a. a. O. p. 127. (*) Faun. Suec. ed. Retz. p. 309.; Schoner. Ichth. pag. 9. () Fabera. a. O. ( s ) Wulff. Ichthyol. Boruss. p. 17. ( 6 ) Fischer Naturgesch. v. Lietsl. S. 241. () Richter Ichthyol.

S. 719. ( 8 ) Siemfsen d. Fische Meklenb. (Rostock 1794. SJ S. 94. O Müll, prodr. zool. dan. p. 39.,- Schonev.

Ichth. p. 9.- ( i0 > Sclionev. Ichth. a. a. O . (") So wurde (.Berlin . Mannigf. 3 r Jahrg. JV. 47.) ein S' langer in der

Havel , und das abgebildete Individuum 1817 mitten in Berlin unter der Churfürstenbrücke gefangen. ('") Hartmann

helvet. Ichth. S. 39.* () Du Hamei a. a. O.; Serres Essai p. 55. ( 14 ) Transact. of ihe literary philos. soc. of

Philad. Pol. 1. p. 461. ( 1S ) 1 Vätur/orsch. St. 15. S. 165. ( i6 ) Bloch (ed. 8.) S. 116.; Faber cu a. O. ( 1T ) DuHamei a. a O. ( r8 ) Faber a. a. O. (*) Bloch a. a. O.

(*) Zu dieser Abtheilung rechnen wir noch folgende, zum Theil noch wenig bekannte Arten:

Acipenser Schypa oder Schipa. Der Schyp-Stör (Russ. Schihp). Diese von Güldenstädt (IVou. Comm, Petro

polit. T. XVI. p. 533.) als Schypa: Acipenser , rostro obtuso, oris diametro quoad unam tertiam partcra longiere; cirrhis

rostri apici propioribus; labiis bifidis, aufgestellte Art wurde zwar als Acipenser Schypa in Linn. Syst. nett, ed Gmcl.

T. I. P. III. p. 1484. und als Le Schype fm Eiet. dass, dhist. nat. T. VI. p. 317. aufgenommen, ist aber doch kei-

nesweges irgendwo ausführlich genug beschrieben und als Art so dargethan, dafs man ihn mit Sicherheit auffinden kann;

ja Pallas (Reis. I. S. 131 u. 284.,- Zoogr. p. 93.) sagt, dafs die Spielarten der Störe und Hausen, welche einen langem und

spitzem Rüssel und dabei einen fetten und glättern Körper haben, Schihp hiefsen, und dafs man solche sowohl im Ural als in der Wolga finge. Auch S. G. Gmelin (Reis. Bd. III. S. 503.) hält gegen die Meinung der Fischer den Schip

für eine Varietät. Indessen überzeugen uns zwei von den Herren v. Humboldt und Ehrenberg aus dem Irtisch mit-

gebrachte junge Stör-Exemplare von der Existenz einer vom Hamen, dem Güldenstädtschen Stör, der Sevrjuge und