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12 (1785) Von den Gräsern : nebst einem vollständigen Register und sieben Kupfertafeln / Carl von Linné
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54 Der sechsten Classe, zweyter Abschnitt.

Ruch« chen. Der in der Folge reifende Saame ist oval,

gras. glatt, braunlicht, liegt an den Saftblatchcn, die mirselbigem verwachsen sind, eingeschlossen, und hangtzugleich mrr demselben an den Spelzen.

Das Ruchgras fangt im Frühlinge sehr zeitig anzu blühen, und steht gemeiniglich einige Wochen in derBlüthe: denn es blühen nicht alle Stöcke auf einmal,auch kommen an einem Stocke nicht alle Kolben zu-gleich hervor. Die Kolbe ist sehr schmal, zusammen«gezogen, wenn sie zuerst aus der Scheide dcö oberstenBlates hervorkommt; die Aehrchcn liegen dichte andem Hauptstiel an, man bemerket in diesem Alteräusserlich keine Grannen daran, weil sie noch kürzerals das grössere Dalglein sind. Bey zunehmendenWachsthum wird diese Kolbe etwas breiter, unddie Achrchen treiben die Spitzen der Grannen nebst denfadenförmigen krausen Griffeln heraus; hierauf thunsich die Aehrchen aus einander, daß sie unter spitzigenWinkeln mit einander und dem Hauvtstiele ganz voneinander abstehen, die röthlichcn Staubbeutel kommenauf ihren langen weissen steifen Trägern nebst denGriffeln heraus, und werfen ihren Mchlstaub auf dieNarben. Nach geschehener Befruchtung werden dieFaden oder Träger schlaff und kraufi, die ausgeleerteBeutel bleich, die Kolbe zieht sich wieder zusammen,die Grannen verlängern sich und werden merklich lan«ger als die Balglein, und die Farbe der Kolbe verän«vert sich ins gelbliche, wie denn solches zu einer dcrBenennungen dieser Grasart Gelegenheit gegeben hat.Endlich fallt der reise Saame mit den braunrothenSpelzen aus den stehcndblcibenden strohfarbigen Bälg.lein heraus. Bisweilen wachset der Saame auf einewidernatürliche Art aus und wird zum Mutterkorn«,Welches aber etwas seltenes ist. Im Sommer erfolgtnoch eine zwote Blüthe dieser Grasart. Am aller««eisten unterscheidet sich dieselbe von andern Gräsern

durch