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12 (1785) Von den Gräsern : nebst einem vollständigen Register und sieben Kupfertafeln / Carl von Linné
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629
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1279ste Gatt. Reiß. Oryza. 62-

Harte erlangt. Man kan sich auf diese Art in jenen Reiß.sinnreichen Einwurf, wie es doch käme/ daß ein imWasser wachsendes Gewächs/ eine so trockene harteFrucht liefern könne/ nun gar wohl finden: denn soverschiedenen Abwechslungen ist die Witterung in dempiemontesischen und maylandische»/ so wie auf Karo«ima, woselbst man den meisten Theil des Rerßes/ derin Europa verzehrt wird/ bauet/ ausgesetzet.

In Indien wird zwar nicht eigentlich Brod ausdem Reißmehl gebacken/ weil es wahrscheinlicher Weisezu trocken ausfallen möchte , hingegen versteht mansich auch daselbst gar wohl auf die Kunst/ Torte«/ Ku«chen und ähnliches Bachwcrk daraus zu bereiten/ dasmit Butter und Gewürzen gar gemacht/ sich als einLeckerbissen verspeißen laßt. Die gewöhnlichste Artund Weise dabey zu verfahren ist folgende: Man kochtden Reiß mit Wasser / Calappris-Milch/ oder Fleisch-brühe ab/ und laßt ihn alsdann noch warm eine Zeit«lang zugedeckt stehen/ damit er auf diese Art zu ei«ner/ auch unter uns bekannten Reißgrütze werde/ wor»nach man ihn bald mit Fingern/ eine bey den In-dianern sehr übliche Gewohnheit/ oder mit kleinenStäbchen/ wie die Chinese«/ zu sich nehmen kan.Man fallt verschiedene Urtheile über die Beschaffenheitdieser Speise. Auch ist es ein sehr großer Unterschied/ob man den Reiß auf diese Art zugerichtet/ alle Tage/oder nur dann und wann/ genießt. In Ansehung ei-nes lange anhaltenden Gebrauchs/ ist der Weizen zu-verlaßig/ als die edelste Getreydart/ für den Men-schen gesünder. Einige glauben/ daß der beständigeund unaufhörliche Genuß des Reißes/ der bey denChinesen so sehr Mode ist/ Blindheit «in Alter verur-sache. Bey Menschen/ die nicht an Reißgrütze ge-wöhnt sind/ ist der Reißbrey ein sehr vorzüglichesMittel/ die Eingeweide/ nach gewaltsamen Auslecruii«ge»/ zu starken/ selbst nach einem großen Blutverlust/

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