648 Der sechsten Classe dritter Abschnitt.
May-, so wohl Speisen als Getränke zu bereiten wisse. Ma«verspeißt daselbst die Körner wie Reiß gekocht oder geeröstet, oder zu Mehl gemahlen auf verschiedene Artgebacken, insbesondere zu Brod, welches so dauer«haft davon wird, daß man es Monate lang aufhebenkan. In ganz Amerika, insbesondere in jenen Gegen-den, wo kein Korn gebaut wird, vertretten die Saa-inenkörner dieses fruchtbaren Gewächses die Stelle un-sers Korns. Man bäckt, wie in Westindien, Broddavon, nimmt entweder den Mays besonders dazu,oder vermischt ihn mit Weizen und Roggen Ein da-von gcbackenes Brod soll sehr gesund seyn, und denLeib immer offen halten. Die Amerikaner machen auchdaraus Breye, Suppen und auch Getränke, zu wel-chem Ende der Mays wie anderes Mal; gemalzct wird,wozu jedoch etwas mehr Zeit erforderlich ist. DasMalz hievon schmeckt wie gewöhnliches Gerstenmalz,und das gebraute Bier giebt an Stärke und angeneh-men Geschmacke demjenigen nichts nach, das aus Ger-stenmalz gebrauet ist. Der blaue Mays wird hiezuam besten gehalten. Auch stärkere Getränke, wie Brandt-wein, Wein rc. ran man durch die Gahrung, gleich ausunsern Korn daraus erhalten. In Ostindien, insonder-heit auf den molukkischen Inseln, werden die Mays-körner oftmals, wie Rumph erzählt, an die Ränderder Reißäckcr gesteckt: die noch unreifen weiblichenmilchigken Aehren werden daselbst auf dem Rost oderKohlen gebraten, und, wie es noch heut zu Tage inverschiedenen Gegenden Indiens gewöhnlich ist, alsein Leckerbissen genossen. In Aegypten, Arabien undin der Levante wird der Anbau des Mays mit weni-gern Eifer betrieben: in Italien, Frankreich undDeutschland aber wird er desto häufiger jährlich ange-bauet. In Ungarn werden dem Anbaue desselben ganzeFeldstücke gewidmet. D. Basier hielte den Maysauch für ein den Niederlanden nützliches Gewächs, und«mpfal ehedem dessen Anbau nachdrücklich. Auch Herr