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andere Sterne am Himmel erblicken, als in den Sommer-nächten, und daß die Sonne im Winter, selbst zur Mittags-zeit , wo sie ihren höchsten Standpunkt am Himmel erreichthat (wo sie culminirt, siehe oben Seite r»), dennochviel tiefer stehe als im Sommer; daß der Bogen, den sieim Winter am Himmel beschreibt, viel kleiner ist, als derim Sommer; daß ihre Auf- und Untergangspuukte imWinter weiter nach Süden, und im Sommer weiter nachNorden hin liegen. Die Sonne zeigt uns also außer dertäglichen Bewegung um die Erde noch eine andere Be-wegung, zu welcher sie aber den Zeitraum eines ganzenJahres braucht. Was hat es damit für eine Be-wandtniß?
Wenn man einige Zeit nach Sonnenuntergang denwestlichen Himmel betrachtet, und sich einige der daselbstsichtbaren Sterne genau merkt, so wird man nach Bcrsiußmehrer Tage und Wochen wahrnehmen, daß diesen Ster-nen die Sonne allmählich näher gekommen ist, und daß sieendlich wegen dieser Nähe bei der Sonne in der Dämme-rung gar nicht mehr mit dem bloßen Auge gesehen werdenkönnen. Eine entgegengesetzte Bemerkung wird man desMorgens vor Sonnenaufgang am östlichen Himmel machen.Sterne, die man heute in der Morgendämmerung wegenihrer Nähe bei der Sonne kaum erkennen kann, werden nachmehren Tagen immer deutlicher zu sehen seyn und dieSonne ist nach mehren Wochen schon ziemlich weit von ih-nen nach Osten zu weggerückt. Dieses Wegrücken nimmtimmer mehr zu, und wollte sich Jemand die Mühe nehmen,diese Beobachtungen ein ganzes Jahr lang fortzusetzen, so