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so kommen ich ° 5!' Längcnuntcrschied heraus. Wien liegt demnach um so viel östlicher als Paris , und da dieLänge von Paris 20° ist, so wird die Länge von Wien 34° 54 ' seyn.
Gäbe es also Uhren, die durch Wochen, Monate undJahre regelmäßig fortgingen , und die die Seefahrer aufihren Reisen überall bei sich führen könnten: so wäre dieBestimmung der Länge eben nicht schwierig; denn die Ver-gleichung der zu Hause bei der Abfahrt richtig gestellten Uhrmit dem Durchgänge der Sonne oder eines andern bekann-ten Sternes durch den Meridian eines fremden Ortes, würdefür diesen sogleich den Zeitunterschied und folglich auch dieLänge zeigen.
Allein die Verfertigung solcher genauer Uhren ist bisjetzt eine der schwersten Aufgaben der Mechaniker gewesen.Wenn es auch Uhren gab, die mit solcher Genauigkeit gin-gen , daß man damit an einerlei Ort astronomische Beob-achtungen vergleichen konnte, so waren sie doch wegen desPendels nicht auf einer Reise zu gebrauchen, wo die Be-wegung des Schiffes, und außerdem noch der Wechsel derWitterung, die Veränderung des Klima u. dgl. den Gangder Uhr gänzlich aufheben, theils beträchtlich stören mußte.Und gerade auf Seereisen würden genaue Uhren die treff-lichsten Dienste leisten, indem das Bedürfniß, dieMeeres -länge zu finden, das größte und dringendste ist. Dennwenn man auch auf dem festen Lande, wie wir weiterhinsehen werden, den Unterschied der Meridiane durch man-cherlei andere astronomische Beobachtungen finden kann, sosind dagegen diese Beobachtungen auf dem Meere, wo das