und vertragen sich nicht mit der Genauigkeit, welche man beiastronomischen Beobachtungen zu erreichen wünscht, undauch zu erreichen im Stande ist.
Wir wollen einige andere Methoden zur Erforschungder Länge beschreiben.
Eine der zweckmäßigsten ist die Beobachtung solcherHimmelsbegebenheiten, welche zu gleicher Zeit anmehren Punkten der Erdoberfläche gesehen werden können.Man denke sich zwei Beobachter an zwei verschiedenen Or-ten, welche den Zeitpunkt, wo die Himmelsbegebenheiteintritt, genau, bis auf die Sekunde, anmerken. Siesollen sich dazu zweier Uhren bedienen, welche beide in denAugenblicken, wo ein bestimmter Stern, z. B. der mittlereim Gürtel des Orion, durch den Meridian von Wien undParis ging, auf 12 Uhr gestellt worden sind. Wenn nunder Beobachter in Wien , in dem Augenblicke, wo er dieHimmelsbegebenheit bemerkt, an seiner Uhr 7 Uhr und 58Minuten zählt, der Pariser B.eobachter aber in eben diesemAugenblicke nach der seinigen 7 Uhr 2 Minuten: so weißman auf der Stelle, daß der Zeitunterschied zwischen Wien und Paris 56 Minuten beträgt, und folglich der Unter-schied der Länge ich Grad seyn muß.
Zu dieser Art von Längenbestimmung sind vorzüglichdie Mondfinsternisse geeignet. Ihr Anfang undihr Ende wird überall auf der Erde, wo die Verfinsterung' sichtbar ist, zu gleicher Zeit bemerkt, und für die meistengrößern Orte, wo Sternwarten sind, haben die Astrono-men schon lange voraus die Augenblicke berechnet, in wel-chen dieser und jener bestimmte Flecken des Mondes zuerstGcm. d. phys. Welt. t. Bd. F