Zeit bemerke ich, daß der Berg gleichfalls hinter mir zu-rückbleibt. Die Parallaxe des Berges ist nämlich viel ge-ringer als die Parallaxe des Baumes. Je größer daher dieParallaxe eines Gegenstandes, desto näher ist mir derselbe.
Bei den Himmelskörpern scheint nun, den gewöhnlichenWahrnehmungen nach, keine Parallaxe Statt zu finden.Denn wenn zwei Reisende, der eine an der nördlichen, derandere an der südlichen Gränze Böhmens , während einerhellen Wollmondsnacht sich auf dem Wege befinden: sowerden beide den Mond zu gleicher Zeit an der nämlichenStelle des Himmels, oder bei den nämlichen Fixsternen, er-blicken, obschon beide Standpunkte der Beobachter mehr alsdreißig Meilen weit aus einander liegen. Dieß beweistindessen nur, daß die Entfernung des Mondes von der Erdesehr ansehnlich seyn müsse. Wenn nämlich zwei sehr ent-fernte Standpunkte, z. B. einer in Afrika und der an-dere in Schweden , angenommen werden, so zeigt sichallerdings eine Parallaxe des Mondes. Man erblickt ihnin Afrika bei nördlichern, und in Schweden bei südlichernSternen. Stellt auf der oben erwähnten läg. i der viertenTafel 6 den Mond, ^ und 8 zwei Standpunkte auf derErde, v und L aber zwei Fixsterne vor: so ist seine Pa-rallaxe das Maß des Winkels II 6 L, oder der Bogen amHimmel, welcher sich zwischen den Fixsternen 0 und Lbefindet.
Um überzeugt zu seyn, daß bei dieser Parallaxe desMondes keine Täuschung obwalte, ist zu wissen, daß dieFixsterne nirgends auf der Erde eine Parallaxe zeigen. Dar-aus folgt doch wohl, daß ihre Entfernung so außerordentlich