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wahren Zeit genauer als alle vorigen übereinstimmte, erhieltsich von den Zeiten des Julius Cäsar an durch viele.Jahr-hunderte hindurch, auch bei den Christen, obschon er heidni-schen Ursprungs war.
Allein ganz ohne Fehler war er denn doch nicht. DasJahr war nämlich zu 565 Tagen und vollen 6 Stundenangenommen worden; es ist aber nur 565 Tage, 5 Stun-den, 48 Minuten und 48 Sekunden lang. Obgleich dieii Minuten und 12 Sekunden, um die das julianischeJahr zu lang ist, etwas sehr Unbedeutendes scheinen, so istder Unterschied doch nach Jahrhunderten merklich und beträgtz.B. in 100 Jahren schon 19 Stunden. Wenn daher vonJulius Cäsar an alle 4 Jahre ein voller Tag eingeschaltetwurde: so ward dieß zu viel, und der Kalender mußte, wennman so fortfuhr, in 4«o Jahren um Z Tage zu viel haben.Zu den Zeiten des Papstes Gregor XIII . war in derThat die Abweichung schon so groß, daß sie z e h n T a g ebetrug. Dieser Papst wünschte aber sehr, dieser Verwirrungabzuhelfen. Er verordnete daher, nachdem er schon 1577
sein Vorhaben allen christlichen Monarchen mitgetheilt unddie berühmtesten Astronomen zu Rathe gezogen hatte, durchdie ganze christliche Kirche, daß im Jahr 1532 zehn Lage,und zwar im Oktober, wegfallen sollten, so daß dieser Mo-nat statt 51 Tagen dieß Mal nur 21 hatte. Vom 4.Oktober, welcher ein Donnerstag war, sprang man nämlichgleich auf den 15. über, welcher eigentlich ein Montag ge-wesen wäre, aber nun zum Freitage wurde. Zugleich machteer die neue Anordnung, daß in Zukunft die Einrich-tung der Schaltjahre, wie bisher geschehen, zwar fortgesetzt
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