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1 (1827) Das Weltgebäude im Allgemeinen / von Johann Gottlieb Sommer
Entstehung
Seite
158
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Die bildliche Darstellung lab. V. käg. 2. wird dieseErscheinungen der Venus erklären.

Ehe die Venus Abendstern zu werden anfängt, siehtman sie ganz in der Nähe der Sonne; sie geht mit ihr aufund unter, und durch ein Fernrohr betrachtet, erscheint sierund und ganz erleuchtet, wie der Vollmond. Sie stehtalso in L,, von der Erde aus gesehen, hinter der Sonne,und kehrt uns ihre ganze erleuchtete Seite zu *). ^JhreEntfernung von der Erde ist jetzt die größte, die sie habenkann. Allmählich aber entfernt sie sich von der Sonne;sie geht immer später unter, kommt am Himmel immerhöher zu stehen, und bleibt des Abends immer länger sicht-bar. Zugleich findet man, daß ihr Durchmesser immergrößer wird, und daß sie sich folglich der Erde nähert.Aber ihr erleuchteter Theil, der natürlich fortwährend derSonne zugekehrt ist, nimmt dabei ab, und sie erlangt immermehr das Ansehen, welches unser Mond in den Viertelnhat. Die Venus bewegt sich nämlich während dieser Zeitvon L nach k. In L hat sie ihre größte Ausweichung vonder Sonne erreicht (zuweilen es 7 Grad), sie steht am höch«sten, ist am längsten sichtbar und leuchtet im stärksten Glänze.-Diese Erscheinungen der Venus, von der obern Conjunctionan bis zu ihrer größten Ausweichung, dauern etwas überein halbes Jahr. Von jetzt an nimmt diese Ausweichungab, sie fängt an, der Sonne sich wieder zu nähern, undverschwindet endlich in ihren Strahlen; ihr Durchmesserwird aber immer größer, dagegen nimmt der erleuchtete

*) Die Astronomen nennen diese Zusammenkunft sowohl beimMerkur als bei der Venus die obere Conjunction.