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müssen, ist aus der Zeichnung leicht zu erklären. Auchwird ersichtlich, daß sie nun kürzere Zeit gebraucht, umihren westlichen größten Abstand zu erreichen, und längere,um wieder zur Sonne zurückzukommen.
Eben so läßt sich erklären, wie das Fortrücken derVenus in Verhältniß zu den Fixsternen beschaffen sei. Dadie Sonne ohnehin nach östlichen Sternen scheinbar vorrückt,so muß die Venus, die ihr nach der obern Conjunctionvoraus eilt, sehr schnell sich unter den Fixsternen fortbewegen.Umgekehrt muß dieses Vorrücken sehr langsam seyn, ja selbstin ein Rückwärtsgehen verwandelt werden, wenn die Venusnach der östlichen Ausweichung wieder zur Sonne zurückkehrt,oder auch, wenn sie nach der untern Conjunction ihre west-liche Ausweichung beginnt.
Wir halten es für überflüssig, umständlich zu zeigen, wiediese Erklärung auch auf den Merkur passe. Da seine Um-lausszeit um die Sonne nur 88 Tage währt, so erfolgen na-türlich alle Erscheinungen bei ihm in viel kürzern Zeiträumen.
Gehen wir jetzt zu den Unregelmäßigkeiten in demLaufe der obern Planeten über. Wir wählen zu unsererErklärung den Mars , weil sein Fortrücken unter den Sternenin kürzern Zeiträumen merklicher ist, und man ihn auchzur Zeit seines Gegenscheines, wegen seines hellen röthlichenLichtes, mit bloßen Augen leicht auffinden kann.
Wenn der Mars im Gegenschein (Opposition,Siehe S. n6)mit der Sonne ist, d.h. wenn er der Sonnegerade gegenüber, also zur Mitternachtszeit im Meridian steht:so bemerkt man mehre Tage nach einander, daß er zu west-lichern Sternen hinrückt, oder nach dem Ausdrucke der Astrono-