den Begriff oder ein in der Erfahrung nur für den Au-genblick Festgehaltenes denken.
Das Gebildete wird sogleich wieder umgebildet, undwir haben uns, wenn wir einigermaßen ;um lebendigenAnschaun der Natur gelangen wollen, selbst so beweglichund bildsam zu erhalten, nach dem Beyspiele mit demsie uns vorgeht.
Wenn wir einen Körper auf dem anatomischen Wegein seine Tbeile zerlegen und diese Theile wieder in dasworin sie sich trennen lassen, so kommen wir zuletzt aufsolche Anfänge, die man Similartheile genannt bat. Voltdiesen ist hier nicht die Rede; wir machen vielmehr aufeine höhere Maxime des Organismus aufmerksam, diewir folgendermaßen aussprechen.
Jedes Lebendige ist kein Einzelnes, sondern eineMehrheit; selbst insofern es uns als Individuum er-scheint, bleibt es doch eine Versammlung von lebendigensclbstständigen Wesen, die der Idee, der Anlage nach,gleich sind, in der Erscheinung aber gleich oder ähnlich,ungleich oder unähnlich werden können. Diese Wesensind theils ursprünglich schon verbunden, theils findenund vereinigen sie sich. Sie entzweycn sich und suchensich wieder und bewirken so eine unendliche Produktionauf alle Weise und nach allen Seiten.
Je unvollkommener das Geschöpf ist, destomcbr sinddiese Theile einander gleich oder ähnlich, und destomehrgleichen sie dem Ganzen. Je vollkommncr das Geschöpfwird, desto unähnlicher werden die Tbeile einander. Injenem Falle ist das Ganze den Theilen mehr oder weni-ger gleich, in diesem das Ganze den Theilen unähnlich.