VIII
Vorwort.
Fleisses und Glückes, mit dem er seine Studien be-trieb, ist seine Inauguraldissertation*) und na-mentlich das Zeugniss, welches Kielmeyer bei die-sem Anlasse über ihn ablegt **).
Mit der medicinischen Doctorwürde bekleidetkehrte er im Juli 1812 in die Ileiinath zurück undversuchte sich theils bei seinem Vater, theils beieinigen Freunden, denen er Aushilfe leistete, inAusübung der praktischen Medicin. Schon seineersten Versuche waren glücklich, und zudem er-warben ihm sein gemüthliches und dabei munteres,aufgewecktes Wesen, seine Humanität und Gewis-senhaftigkeit bei Besorgung der Kranken überall,wo er hinkam, die Liebe und Achtung seiner Um-gebungen und eröll'neten ihm die Aussicht auf einefrohe Zukunft. Im December 1813 machte er seinStaatsexamen und wurde mit rühmlichem Zeug-nisse unter die Zahl der zürcherischen Acrzte auf-genommen. Bald fand er Gelegenheit, seine ge-sammelten Kenntnisse auf einem sehr gefährlichenFelde anzuwenden. Er wurde als Oberarzt insMilitärlazareth nach Rheinau berufen und arbei-tete mit grossem Eifer und Aufopferung an Be-zwingung eines dort herrschenden contagiüsen Ty-
*) Dissertatio inauguralis botanica sistens descriptionemScitaminum nonnullorum nee non Glycines heterocar-pae. Tur. 1812.
**) Sie haben, sagt Kielmeyer in dem der Dissertation bei-gedruckten Gratulationsschreiben, Ihre Arbeit auf solcheWeise ausgefiihrt, wie es von Ihren Talenten, Studienund Fleiss zu erwarten war, und durch dieselbe nichtallein Ihre botanische Gelehrsamkeit erprobt, sondernzu dem Lobe, das Sie Sich durch Ihre Prüfungen ver-dient haben, nocii dasjenige grosser Gewandtheit undSchärfe im Beobachten und eines nüchternen, scharf-sinnigen Kopfes in Vergleichung des Beobachteten er-worben.