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Flora der Schweiz / Johannes Hegetschweiler ; fortgesetzt und hrsg. von Oswald Heer
Entstehung
Seite
XXIII
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Vorwort.

XXIII

noch nie erlebt habe, eine Bewegung, welche da*ganze Land erschüttern und den meisten Mitglie-dern der obersten Landesbehörde alles Zutrauenrauben werde. Als das, was er vorausgesehen undvorausgesagt hatte, schon nach kurzer Zeit in Er-füllung ging , stellte er sich zwischen die Parteienund thnt sein Möglichstes, den heranziehendenSturm zu beschwören. Voll treuen Eifers für*gemeinsame Wohl, rieth er zur Mässigung undsveiser Berücksichtigung der so allgemein und solaut ausgesprochenen Volkswünsche, wie er aufder andern Seite vor allen ungesetzlichen Schrit-ten warnte und billige Würdigung der so schwie-rigen Stellung der Regierung verlangte. Doch seinweiser Rath verhallte wirkungslos, und immergrösser wurde die Kluft zwischen Regierung undVolk, immer allgemeiner die Erbitterung gegeneine Partei, welche unaufhörlich ihre Verachtungder tiefsten Seite des Volkslebens zur Schau trug.Mit banger Besorgnis* erwartete Hegetsch weilerdie angesagte Grossrathssitzung vom 9. Septem-ber , und als schon vorher die Gewitterwolkensich zusaminenzogen, that er noch in der Nachtauf den 6. September sein Möglichstes, um Un-glück zu verhüten. Schon am frühen Morgensehen wir ihn mit einem seiner Collegen zu denherangezogenen Volkshaufen hineilen, um'sie zubeschwichtigen , und kaum war er für einige Au-genblicke nach Hause zurückgekehrt, wird erwieder in den Rath abgeholt. Sein Geist wartief bewegt, und ahnungsvoll sagte er zu ei-nem seiner Freunde:ich werde den heutigenAbend nicht erleben ! Bald darauf ertönt Gewehr-feuer, und trägt die schauerliche Kunde in den Raths-saal, dass Bürger gegen Bürger in Kampf ent-flammt; ereilt, nicht achtend der Gefahr und der