T 24 Erste C lasst. Zwote Abtheilung.
Dattel- denn da eine mittelmäßig große Kolbe bey zweyhunderk
bäum. Zweiglein hat, von denen die kürzesten vierzig, die mitt-leren sechzig, und die längsten achtzig Blümlcin haben,so macht die mittlere Zahl der Blümlein mit der Zahlder Zweige multiplicirt eine Anzahl von zwölftansendLZlninlein in einer einzigen Kolbe aus, welche ^ämpstl',nachdem er sie gewogen, zwey Loth weniger als ein ge-meines holländisches Pfund sbwer befunden hat. Ineiner weiblichen Blnmcnkolbe ist die Anzahl der Blüm»sein oder Fruchtkeimc geringer.
DieDes ©if Dakkelbainne tragen ihre männlichen und wcib-
fruch» lichen Blüthen aiif verschiedenen Stäminen; und dennoch,
kung. wenn die weiblichen Bäume Früchte tragen sollen, so istes unumgänglich nöthig, daß sie von den männlichen be-fruchtet werden. Wenn sich daher bey den weiblichenBäumen keine männlichen in der Rahe befinden, vondenen das befruchtende Stanbmehl jenen durch den Windkann zngeführct werde», so müssen die Einwohner jähr-lich zu gehöriger Zeit die inännlichen Blüthen aus derFerne herbey holen, und vermittelst derselben die Befrnch«kling der Keime auf den weiblichen oder eigentlich frucht«krage,-den Dattelbai!,nen durch die Kunst bewerkstellige,^Geschiehet aber solches nicht, so fallen entwedtr dieFrncht-leime ab, oder können nicht reif werden, oder die Früch-ke haben wenigstens keine fruchtbare Kerne, aus denenman neue Pflanzen ziehen könnte. Dieses beweiset un-ter anderem, was in seiner Beschreibung von Ame-
rika meldet: daß nämlich bey einem Kloster auf derJubel Maetinigne ein einzelner Dattelbaum gestandenscyc, welcher sehr viele Früchte getragen, die auch svzeitig wurden, daß man sie essen konnte. Weil nun die-ses der einzige Baum von dieser Art auf der Insel war,und man gerne mehrere gezogen hatte, so habe man vieleJahre nacheinander sehr viele Kerne eingesteckt, von de-nen aber keiner aufgegangen; man habe sich daher end-lich nach vielen Vergeblichen Versuchen gcnötbiget gese-hn, ciiuyc Früchte aus Afrika, bringen zu lasse», von