66. Gatt. Roßkastanie. Aesculus. 435
die Vorsorge des lcstern ist er im Jahr 1588. zuerst zuWien gcpflanzct worden; jetzo ist er in vielen Landern stanie.von Europa ziemlich gemein, und kommt auch allcnthai«den in freyer Luft sehr leicht und gut fort. Er ist einsehr schöner Baum, und bekommt auch mit der Zeit eineansehnliche Höhe und Dicke; seine große und blättcrrci-che Krone, welche sehr regulär pyramidenförmig wächset,und im Frühling mit den schönsten Blumen pranget, giebtihn, ein vortreflichcs Ansehen, und gewahret bey dergrößten Hitze einen vollkommenen Schatte». Bey jun«gen Bäumen und an junge» Acsten ist seine Rindewcißlicht, bey altern aber, deren Stamme oft dreySchuh und mehr im Durchmesser haben, ist sie grau undzerrissen. Keine Blätter stehen an den Zweigen gera«de gegen einander über auf Stielen, die öfters fast cincirSchuh lang sind; sie sind bandförmig, und bestehenaus fünf oder meistens sieben kappen, die unten gegendem Stiel zu schmal, oben aber breit, und am Endespitzig sind, und einen eingeschnittenen oder scharf ge-kerbten Rand haben; der mittclstc und größte dieserLappen ist zuweilen beynahe einen Schuh lang, und obeneine Hand breit, sie haben auf der obern Seite eine schöngrüne, auf der untern aber eine weißlichte Farbe, undsind von einem bittcrlichtcn Geschinack. Die Blume»wachsen in weitläufigen Pyramiden oder traubenförmigenBüscheln an den Enden der Zweige, und sind wegen ih<rcn großen, wcissen, mit Carminroth oder roscnfärbi-gen Flecken gesprengten Blnmenblättlcin sehr prächtiganzusehen. Ohngcachtet sich in dem Fruchtknoten einerjeglichen Blume die Anlage zu zween Saamen oder Nüs-sen befindet, so gelangt von demselben doch mehren-thcils nur ein einziger znc Vollkommenheit. DieseFrucht stecket in einer dicken graubraunen, mit kurzen,starken gelblichten Stacheln wciitäufig besetzten, und ausdrey Stücken bestehenden Saamcnkapsel; und gleichetin Ansehung ihrer Größe, Gcsta t, Farbe und Struk-tur einer rechten Castanie ziemlich, nur ist sie »lehr
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