ii8. Gatt. Pflaumen. Prunus. 739
tzen, ober von andern Bäumen Schutz haben; wiewohlRap sagt, daß er jede Kälte in England sehr gut ausste- men.he, und im Winter niemalen erfriere. Er hat gerne ei-nen weichen und lettigen Boden, und kommt sowohl anschattichlen als sonnichten Plätzen gut fort; man kannihn leichtlich aus Ablegern, oder welches vorzüglicher ist,ans den Beeren ziehen, welche letztere am besten imHerbst, sobald sie reif sind, gefäet werden, und alsdannim folgenden Frühling aufgehen. Dieser Baum wächsetschnell, und bekommt nicht nur in seinem Vaterlande, son-dern auch ausser demselben, wo er gut stehet, eine ansehn,liche Größe. Seine Aeste haben eine braune Rinde,welche an den junge» grün, und mit erhabenen Warzenbesetzt ist; seine Blätter stehen wechselsweife auf kurzendicken Stielen, und sind eyrund länglich, gegen sechsZoll lang, und zween oder dritthalb Zoll breit, sie sinddick und steif, wie die Lorbeerblätter, auf ihrer obernFläche dunkelgrün und glänzend, auf der untern abermattgrün, und mit zwo gegeneinander überstehenden Drü-sen oder Vertiefungen versehen, am Rande, welchernach unten zu umgebogen ist, haben sie zarte und weitauseinander liebende sägenarlige Einschnitte. Die Blu-men sind weiß und ohne Geruch, „tid wachsen in einfa,chcn länglichten traubenförmigen Büscheln; woraufziemlich große, schwar;e Kirschen folgen, welche ein süs.ses Fleisch , und einen nicht sonderlich harten, eyrundcn,gefurchten, und etwas zugespitzten Stein haben. DieseFrüchte werden öfters, ehe sie zur völligen Zeitigungkommen, von den Vögeln abgefressen; und Miller bezeu.ge> aus eigener Beobachtung, daß sie auch manchuial vonMmschen in Menge ohne den geringsten Schaden gees»sen worden. Die Blätter dieses Baums sind bitterlicht,und theile» der Milch, wann sie darin» gekocht werden,einen angenehmen mandelartigen Geschmack mit; auchist eine solche Milch nicht nur nach den häufigsten Er«fairungen unschädlich , sondern wird auch von einigenAerzten als ein Mittel wider die Schwindsucht empfoh«
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